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Deutscher Milchmarkt

Anlieferung weiter rückläufig

aiz
am
24.10.2016

Bonn - Die Erzeugerpreise stabilisieren sich. Eine weitere Erholung wird bis Jahresende erwartet.

Am deutschen Milchmarkt hat sich die Situation mittlerweile gedreht: Nachdem das erste Quartal 2016 aufgrund der hohen Anlieferung und der schwachen Nachfrage von Preisrückgängen geprägt gewesen war, wendete sich die Lage ab Mai. Die Landwirte bremsten sich bei der Milchanlieferung zunehmend ein, infolge eines zunehmend geringeren Rohstoffangebots befestigen sich die Erzeuger- und Produktpreise. Dieser Trend dürfte sich im vierten Quartal fortsetzen, erwarten die Experten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).

Im Januar 2016 lagen die Milchanlieferungen der deutschen Landwirte mit 2,66 Mio. t noch um 3,7% über dem Vorjahresniveau. In den darauffolgenden Monaten näherten sich die Lieferkurven an und kreuzten einander im Mai. Seither liegt die Menge unter dem Niveau von 2015, im Juli machte das Minus laut AMI-Zahlen 1,4% aus.

Nach Angaben der ZMB (Zentrale Milchmarkt Berichterstattung) hielt der saisonale Rückgang der Milchanlieferung an die deutschen Molkereien in den darauffolgenden Monaten weiter an. In der 40. Kalenderwoche (Anfang Oktober) wurde um 0,3% weniger Rohmilch erfasst als in der Vorwoche, gegenüber der Vorjahreslinie ergab sich damit ein Rückstand von 4,2%. Die saisonal sinkende Milchanlieferung ging auch mit niedrigeren Gehalten an Inhaltsstoffen einher.

Ab Mai 2016 kam es laut AMI in der EU zu einer Erholung an den Rohstoff- und Produktmärkten, da die Milchanlieferung nach dem Erreichen der Saisonspitze über das übliche Maß hinaus zurückging. Dabei waren die Preisanstiege auf der Fettseite deutlich stärker ausgeprägt als auf der Eiweißseite. Ab August folgten diesen Entwicklungen auch die Preise am Weltmarkt. Seit Juli zeigt sich in Deutschland und anderen wichtigen Erzeugerländern in der EU auch eine Erholung beim Milchgeld. Im August zahlten die deutschen Molkereien im Schnitt für konventionelle Milch mit 4% Fett und 3,4% Eiweiß 23,8 Ct/kg. Damit kam es gegenüber Juli zwar zu einem Plus von 0,6 Cent, das Vorjahresniveau wurde allerdings noch deutlich (-4 Cent) unterschritten.

Rahmenbedingungen sprechen für Erholung der Erzeugerpreise

Für das letzte Drittel des Jahres seien die Aussichten durchaus positiv, denn voraussichtlich werde das Rohstoffaufkommen weiterhin nur gedämpft verlaufen und die Warenverfügbarkeit daher begrenzt bleiben. Dadurch dürften sich die Produktpreise weiter fest entwickeln. Diese Rahmenbedingungen sollten bis zum Jahresende auch für eine weitere Erholung der Erzeugerpreise sprechen, so die AMI-Experten. Die steigenden Auszahlungen der Molkereien könnten sich jedoch kurzfristig wieder stimulierend auf die Milchproduktion auswirken. Im kommenden Jahr müsse daher für Mehrmengen auch eine zusätzliche Nachfrage vorhanden sein, um die höhere Produktion aufnehmen zu können.

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