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Bayerischer Export

Bayerische Spezialitäten für China

Brunner Deng China
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
24.11.2017

Chinesische Importeure und Handelsvertreter signalisierten am Freitag bei einem „Bayernempfang“ großes Interesse an weißblauen Lebensmittel-Spezialitäten.

Helmut Brunner hat sich bei politischen Entscheidungsträgern der südchinesischen Boom-Region Guangdong für einen Ausbau der Handelsbeziehungen und für einen Abbau bürokratischer Hürden bei Lebensmittel-Importen nach China eingesetzt.

Dem Minister zufolge haben nämlich die aktuellen Überlegungen der chinesischen Behörden, zusätzliche Zertifikate der Herkunftsländer einzufordern, erhebliche Verunsicherung bei exportwilligen bayerischen Unternehmen ausgelöst. „Ein solcher Schritt würde unserer mittelständisch geprägten Land- und Ernährungswirtschaft den Zugang zu den erforderlichen Exportlizenzen erschweren“, so der Minister. Das könne niemand wollen, schließlich wachse in China stetig die Nachfrage nach hochwertigen Produkten aus dem Ausland.

Gerade jüngere Chinesen sind Experten zufolge auch in der Ernährung ausgesprochen marken- und qualitätsorientiert. Brunner: „Das eröffnet allerbeste Chancen für den Absatz gerade bayerischer Produkte." Denn Spezialitäten aus dem Freistaat seien wegen ihrer Vielfalt und Qualität weltweit bekannt und geschätzt.

Diese Einschätzung hat sich laut Brunner auch beim Treffen mit potenziellen Handelspartnern in Shenzhen bestätigt. „Die Gespräche waren vielversprechend“, sagte Brunner im Anschluss an die Produktpräsentationen. Es sei gelungen, wertvolle Kontakte für einen Ausbau der Ausfuhren nach China zu knüpfen.

Neben Bier und Molkereiprodukten stehen dem Minister zufolge bei den chinesischen Partnern auch Frankenwein und Süßwaren hoch im Kurs. Brunner sieht hier noch erhebliche Absatzmöglichkeiten.

Rückenwind beim Ausbau der bayerischen Agrarexporte erhofft er sich von seinem Treffen mit dem Vize-Gouverneur von Guangdong, Haiguang Deng. „Wir haben vereinbart, unsere Zusammenarbeit im Agrarbereich rasch auszubauen“, so der Minister. Schließlich könnten beide Länder viel voneinander profitieren.

Laut Brunner erhofft sich Guangdong die Unterstützung Bayerns bei der Weiterentwicklung der ländlichen Räume, denn Überalterung und Landflucht seien in China eine große Herausforderung.

Die bayerischen Ansätze und Initiativen in der ländlichen Entwicklung, der interkommunalen Zusammenarbeit und der Schaffung von Einkommensalternativen für die ländliche Bevölkerung bezeichnete Deng als ausgesprochen interessant. Hier könne man viel von Bayern lernen. Aber auch bei der Weiterentwicklung in der Agrartechnik, bei der Berufsbildung und bei der Verwertung organischer Abfälle zur Energiegewinnung erhofft sich Guangdong Schützenhilfe aus Bayern. Details der Zusammenarbeit soll in den nächsten Monaten eine gemeinsame Arbeitsgruppe klären.

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