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Freihandel

Einigung zwischen EU und Japan über JEFTA

aiz
am
07.07.2017

Brüssel - Die Europäische Union hat sich mit Japan auf die Eckpunkte für ein Freihandelsabkommen (JEFTA) verständigt. Japan senkt die Importzölle für seine Agrarprodukte. Vor allem EU-Exporteure von Käse bis Wein rechnen sich dadurch neue Exportchancen aus.

 

Die Agrarausfuhren der EU nach Japan könnten um 180% in die Höhe schnellen, erklärte EU-Kommissionpräsident Jean Claude Juncker nach dem Durchbruch in den Verhandlungen. Allein die Weinexporteure würden durch JEFTA Zollabgaben in Höhe von 134 Mio. Euro einsparen. Zudem respektiere Japan 205 Bezeichnungen von europäischen Spezialitäten, hob Juncker auf dem EU-Japan-Gipfel besonders die Vorteile des Abkommens für die europäische Landwirtschaft hervor. Um die Einfuhrbedingungen für Käse wurde bis zuletzt gerungen. EU-Agrarkommissar Phil Hogan setze sich zuletzt während eines Spontanbesuchs am vergangenen Samstag in Tokio für den europäischen Molkereisektor ein. Jetzt sollen die Zölle für Käse von 29,8% innerhalb von 15 Jahren vollständig abgebaut werden. Der Käsekonsum der Japaner liegt bisher deutlich unter dem EU-Verbrauch. Sollten sich die Verzehrgewohnheiten angleichen, bestehen vor allem für Hartkäse wie Cheddar, Gouda und Parmesan gute Absatzmöglichkeiten, weil sich der japanische Molkereisektor eher im Frischesegment betätigt.

Die Einfuhrzölle für Schweinefleisch von heute 19% wird Japan in den kommenden zehn Jahren abbauen. Die Einfuhrpreise für Rindfleisch werden von 38,5% langfristig auf 9% gesenkt.

Japan hat für die Öffnung seines sensiblen Agrarmarktes einen besseren Zugang zum EU-Automarkt bekommen. Der japanische Premierminister Shinzo Abe bittet die EU zudem, noch bestehende Einfuhrverbote für Lebensmittel nach dem Atomunglück von Fukushima aufzuheben. Juncker sagte das teilweise zu. Japan habe es inzwischen geschafft, wieder sichere Lebensmittel herzustellen, betonte der EU-Kommissionspräsident.

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