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Milchmarkt

EU - Erzeugermilchpreise auch im Februar leicht rückläufig

Schwarzbunte Kuh
aiz
am
12.04.2018

Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 34,39 Cent netto/kg Rohmilch, gegenüber dem Vormonat Januar ergab sich ein Rückgang um 1,07 Cent.

 Die Erzeugermilchpreise tendierten im Februar 2018 in der EU weiter nach unten. Damit lagen die Erlöse nur noch um 0,82 Cent oder 2% über dem Vorjahresniveau. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes LTO hervor. Auch in Österreich waren die Milchpreise im Februar rückläufig, im Durchschnitt aller Qualitäten zahlten die Molkereien für Rohmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß netto 37,66 Cent/kg. Gegenüber dem Vormonat Jänner kam es zu einem Minus von 2,08 Cent netto.

 

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 17 großen Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.

Deutlicher Rückgang in Deutschland

Mit Ausnahme des irischen Verarbeiters Glanbia verringerten alle anderen im LTO-Vergleich erfassten Molkereien im Februar 2018 ihre Auszahlungspreise. Den deutlichsten Rückgang verzeichneten die deutschen Molkereien DMK (-4 Cent) und Müller Milch (-3,5 Cent). Relativ stabil blieben die französischen Erzeugerpreise. Stärker als im europäischen Schnitt fielen die Milchpreise in den USA, für Klasse III-Rohmilch lagen die Erlöse auf dem geringsten Februar-Niveau seit zehn Jahren. Die US-Farmer hatten ihre Anlieferung in den vergangenen Monaten deutlich gesteigert.

Für die folgenden Monate haben in der EU mehrere Molkereien weitere Preisreduktionen angekündigt. Das gilt insbesondere für den dänischen Verarbeiter Arla (-2,5 Cent im März und -0,2 Cent im April), FrieslandCampina in den Niederlanden (-0,2 Cent im März, -1 Cent im April) und für das britische Unternehmen Dairy Crest (-2 Cent insgesamt im März und April). In Frankreich zahlte Savencia im März um -1 Cent weniger aus und der holländische Verarbeiter Royal A-ware um 0,5 Cent. Der deutsche Molkereiriese DMK hat im März seinen Erzeugerpreis stabil gehalten.

Weiterhin Wachstum am Weltmarkt

Die LTO-Experten führen die sinkenden Erzeugerpreise vor allem auf das höhere Milchangebot in Europa zurück. Die Anlieferungen hätten seit Juni 2017 kontinuierlich zugelegt, betonen sie, im Jänner 2018 sei die Menge um 4% über dem Vorjahresniveau gelegen. Alle großen Milchproduzenten in der EU hätten die Produktion gesteigert, die stärksten Zuwächse hätten Deutschland, Frankreich und Italien verzeichnet, so die LTO. Auch außerhalb Europas werde am Milchmarkt immer noch ein Wachstum festgestellt. Dies gelte insbesondere für Argentinien, Australien, Uruguay und die USA, während Neuseelands Farmer Anfang 2018 aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen weniger Milch anlieferten.

GDT-Index sinkt um 0,6%

Bei der jüngsten Auktion an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade, die Anfang April stattfand, gab der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, erneut leicht nach, und zwar um 0,6%. Während die Preise für Magermilchpulver und wasserfreies Milchfett im Mittel nach unten tendierten, konnten die Notierungen für die anderen gehandelten Produkte zulegen.

Konkret sank bei der jüngsten GDT-Auktion der Index für Magermilchpulver im Schnitt um 1,8% auf 1.849 USD/t und jener für wasserfreies Milchfett um 7% auf 5.806 USD/t. Dem gegenüber erhöhte sich der Index für Butter um 4,1% auf 5.494 USD/t und jener für Buttermilchpulver um 1% auf 1.988 USD/t. Cheddar-Käse verbesserte sich um 2,2% auf 3.679 USD/t, Lactose um 1,1% auf 549 USD/t und Labkasein sogar um 12,1% auf 5.668 USD/t. Vollmilchpulver, das Leitprodukt dieser Auktion, konnte erneut zulegen, und zwar um 1,6% auf durchschnittlich 3.278 USD/t.

In Summe wurden bei diesem GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 17.222 t gehandelt und damit etwas weniger als bei der vorhergehenden Auktion (18.635 t); die Zahl der teilnehmenden Bieter blieb mit 169 praktisch gleich.

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