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Milchmarkt

EU: Erzeugermilchpreise stiegen im Oktober weiter an

aiz
am
06.12.2016

Den Haag - Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 29,13 Cent netto/kg Rohmilch und damit um 1,78 Cent mehr als im Vormonat September.

Erzeugerpreis Milch

Gegenüber dem Vorjahresniveau ergab sich nur mehr ein kleines Minus von 0,2 Cent oder 0,6%. Die meisten der in diesem Vergleich enthaltenen Molkereien hoben im Oktober ihre Auszahlungspreise an, nur wenige ließen sie unverändert. Der höchste Anstieg wurde beim deutschen Marktführer DMK registriert, der seinen Milchpreis - von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend - um 5 Cent/kg erhöhte.

Auch in den letzten beiden Monaten dieses Jahres dürfte der positive Preistrend anhalten, wie aus vorläufigen LTO-Berechnungen hervorgeht. Von mehreren großen Milchverarbeitern liegen bereits entsprechende Zahlen vor. Das niederländische Unternehmen FrieslandCampina liegt diesbezüglich an der Spitze, es hat im November den Lieferanten um 3,6 Cent und ab Anfang Dezember um 4,4 Cent/kg mehr bezahlt. In Frankreich fallen die Zuwächse relativ gering aus, hier besteht allerdings aufgrund des vergleichsweise hohen Preisniveaus auch kein so großer Aufholbedarf.

Preise im Jahresschnitt 2016 unter dem Vorjahresniveau

Obwohl der durchschnittliche LTO-Erzeugermilchpreis im Oktober fast das Vorjahresniveau erreicht hat, wird im Jahresmittel 2016 das Niveau des vergangenen Jahres deutlich unterschritten werden. Einige europäische Milchverarbeiter haben bereits vorläufige Zahlen geliefert. So werden der dänische Molkereiriese Arla Foods und die niederländische FrieslandCampina im Jahresmittel das Vorjahresniveau um rund 7% verfehlen. Mögliche Nachzahlungen dürften dieses Minus noch etwas abmildern, so die LTO. Die britische Molkerei Dairy Crest wird beim Milchpreis gegenüber 2015 voraussichtlich im Schnitt ein Minus von 23% verzeichnen, wobei sich hier auch die Pfund-Abwertung bemerkbar macht. Währungsbereinigt ergibt sich aber immer noch ein Rückgang um 13%.

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet.

Geringere Anlieferung festigt Milchmarkt

Die EU-Milchanlieferungen lagen in den ersten drei Quartalen von 2016 in Summe um 1,5% über dem Niveau von 2015, seit Juni wird aber die Vorjahreslinie unterschritten. Am deutlichsten wurde die Produktion in Frankreich, Deutschland und Großbritannien reduziert. Auch in Südamerika (Argentinien, Brasilien und Uruguay) sowie in Australien wird ein spürbarer Rückgang verzeichnet. Die Experten gehen davon aus, dass auch in Neuseeland in der neuen Milchsaison das Angebot geringer ausfallen wird. Die USA sind das einzige Land unter den großen Exportnationen mit einer deutlichen Ausweitung der Produktion - im September und Oktober wurde jeweils ein Plus von 2% gemeldet.

Der internationale Milchmarkt hat sich mittlerweile gefestigt. Die Knappheit an Milchfett hat zu einem sprunghaften Anstieg der Butterpreise geführt. Auch die Verkäufe von Vollmilchpulver haben dadurch zugenommen, während der Markt für Magermilchpulver stabil bleibt. Die Eröffnung der Verkäufe von Magermilchpulver aus Interventionsbeständen durch die EU-Kommission macht es jedoch laut LTO "schwierig, die weitere Entwicklung des Milchmarktes abzuschätzen".

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