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Milchmenge

EU-Milchanlieferungen unterschreiten mittlerweile das Vorjahresniveau

aiz
am
19.09.2016

Brüssel - Gesamtmenge wies aber im ersten Halbjahr 2016 noch Plus von 3,3% auf.

Die Milchanlieferungen lagen in der EU im ersten Halbjahr 2016 in Summe noch um 3,3% über dem Wert des Vergleichszeitraumes 2015. Im Juni wurde jedoch die Vorjahreslinie erstmals in diesem Jahr unterschritten, und zwar um 2%. Im Juli 2016 dürfte diese rückläufige Tendenz angehalten haben. Dies teilte die EU-Kommission bei der jüngsten Sitzung der Milchmarkt-Beobachtungsstelle in Brüssel mit. In einigen Mitgliedsländern wie etwa Irland oder den Niederlanden befindet sich die Produktion aber nach wie vor auf hohem Niveau. Im Gesamtjahr 2016 dürfte die EU-Anlieferung um 0,9% über der von 2015 liegen, so die Schätzung der Kommissionsexperten.

Der durchschnittliche Milcherzeugerpreis lag in der EU im Juli 2016 bei 25,5 Cent/kg und dürfte nach den starken Rückgängen in den vorangegangenen Monaten die Talsohle durchschritten haben. Für August 2016 deuten die vorläufigen Schätzungen auf einen leichten Anstieg des Erzeugerpreises auf 25,7 Cent hin.

Preise für Standardmilchprodukte tendieren wieder nach oben

Die EU-Notierungen für Standardmilchprodukte konnten ihre im Mai 2016 einsetzende positive Entwicklung bis Ende August fortsetzen, so die Kommission. Dies gilt insbesondere für Butter, wo deutliche Anstiege verzeichnet wurden, aber auch für Molkenpulver und Käse (Gouda, Edamer, Cheddar). Die Notierungen für Mager- und Vollmilchpulver haben mittlerweile die Vorjahreslinie überschritten. Dies hat auch dazu geführt, dass die Andienungen bei der Intervention von Magermilchpulver in den vergangenen Wochen deutlich geringer ausgefallen sind.

Unterschiedliche Produktionstendenzen

Am Weltmarkt übertraf die Milchproduktion in der ersten Jahreshälfte von 2016 den Vorjahreszeitraum noch um 1,7%. In den USA wurde die Erzeugung im Juli trotz einer Hitzewelle noch ausgedehnt (+1,4%), für das Gesamtjahr erwartet das Agrarressort ein Plus von 1,7% gegenüber 2015. Die geringen Erzeugerpreise und ungünstige Wetterverhältnisse dürften in Ozeanien dazu führen, dass in der neuen Saison 2016/17 die Rohmilchanlieferung geringer ausfällt - in Australien um 2 bis 5% und in Neuseeland um 2 bis 3%.

Die EU-Experten gehen davon aus, dass die globale Nachfrage nach Milchprodukten in den kommenden Monaten anhalten und auf einem "gesunden Niveau" bleiben wird. Während der Markt für Magermilchpulver in diesem Jahr mangels ausreichender Exportnachfrage als "bearish" gilt, haben sich die Bedingungen für die meisten anderen Standard-Milchprodukte aufgrund des zunehmenden Bedarfs mittlerweile gebessert. Die wichtigsten Drittlandmärkte für EU-Molkereiprodukte sind Saudi-Arabien (Butter), die USA (Käse), China (Molkenpulver und Babynahrung), Algerien (Magermilchpulver) und der Oman (Vollmilchpulver). Flüssigmilch- und Rahmexporte haben eine zunehmende Bedeutung beim Handel mit Weißrussland. Insgesamt war im ersten Halbjahr 2016 China der mit Abstand größte Käufer von Milcherzeugnissen aus der EU.

Am EU-Binnenmarkt zeigen die Erhebungen in den einzelnen Mitgliedsländern in Summe einen rückläufigen Absatz von Trinkmilch im Lebensmittelhandel und gleichzeitig einen positiven Konsumtrend bei Frischeprodukten und Käse.

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