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Mengenentwicklung

EU-Milchmarkt: Anlieferung im ersten Quartal unter dem Vorjahresniveau

aiz
am
07.06.2017

Brüssel - Die Exporte von Molkereiprodukten konnten weiter gesteigert werden.

Die Milchanlieferung lag im März 2017 in der EU nur mehr um 0,4% unter dem Vorjahresniveau. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde der Vorjahreswert insgesamt um 2,3% unterschritten. Dies teilte die EU-Kommission im Rahmen des jüngsten Treffens der Beobachtungsstelle für den Milchmarkt mit. Die Erzeugermilchpreise waren im März im EU-Schnitt mit 33,1 Cent/kg leicht rückläufig, gleichzeitig übertrafen sie das Vorjahresniveau noch um 17%.

Die Preise auf den europäischen Spotmilch-Märkten konnten in den vergangenen Wochen zulegen. In Italien (Lodi) kam es in den Kalenderwochen 17 bis 21 zu einem Anstieg von 33,8 auf 37,5 Cent/kg, womit das geringe Vorjahresniveau um 45% übertroffen wurde. In den Niederlanden stiegen die Spotmilch-Preise im selben Zeitraum von 31 auf 38,5 Cent, damit wurde die Vorjahreslinie sogar um 83% überschritten.

Die Erzeugung von Molkereiprodukten entwickelte sich im ersten Quartal 2017 in der EU unterschiedlich. Während der Ausstoß an Magermilchpulver um 9% zurückgefahren wurde und auch bei Butter (-4%) sowie Trinkmilch (-2,8%) ein Minus verzeichnet wurde, stieg insbesondere die Produktion von Käse (+1,7%) und Vollmilchpulver (+0,4%) gegenüber dem Vorjahreszeitraum an.

Exporte von Molkereiprodukten wertmäßig deutlich über dem Vorjahresniveau

Die Drittland-Exporte von EU-Molkereiprodukten konnten im ersten Quartal 2017 in Summe weiter gesteigert werden. Mengenmäßig (ausgedrückt in Milchäquivalent) fielen sie um 2,1% höher als vor einem Jahr aus, wertmäßig ergab sich durch die verbesserten Preise sogar ein Plus von 16,5%. Konkret wurden die mengenmäßigen Ausfuhren von Vollmilchpulver (+12,4%), Käse (+9,2%), Magermilchpulver (+6,7%), Kondensmilch (+6,2%) und Molkenpulver (+3,6%) deutlich gesteigert. Auf der anderen Seite wurden Einbußen bei Butter (-14,6%) und Butteröl (-50,8%) verzeichnet.

Speziell bei Käse konnten die EU-Produzenten die Exporte in den ersten drei Monaten 2017 spürbar anheben. Die USA blieben die größten Abnehmer von Käse aus der EU und kauften um 1% mehr davon. Dahinter folgten Japan (+43%) und Südkorea (+29%). Rückläufig waren die Lieferungen nach Saudi-Arabien (-18%). Bei den Exporten von EU-Butter waren die USA (+50%) und China (+14%) im Berichtszeitraum die wichtigsten Abnehmer, gefolgt von Saudi-Arabien, das allerdings die Einfuhren um 51% verringerte, gleiches gilt für Ägypten (-80%).

Algerien blieb im ersten Quartal 2017 der bedeutendste Abnehmer von Magermilchpulver (+22%) und verdreifachte auch die Einfuhren von Vollmilchpulver aus der EU. China blieb bei Magermilchpulver der zweitwichtigste EU-Kunde (+23%), gefolgt von Indonesien (+5%).

China bleibt weltgrößter Importeur

Auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 blieb China der weltgrößte Importeur von Milchpulver, Butter und Molke. Erhöht wurden insbesondere die Einfuhren von Käse (+17%), Magermilchpulver (+3%), wogegen die Importe von Butter (-15%) und Vollmilchpulver (-4%) geringer ausfielen. Im März 2017 kauften vor allem Australien (+60%) und Kanada (+20%) mehr Butter am Weltmarkt ein. Japan und die USA waren im März wiederum die führenden Käseimporteure, wobei 66% der Menge aus der EU stammten.

Rohmilchangebot in Australien rückläufig - in USA steigend

Wie die EU-Kommission mitteilte, entwickelt sich das globale Rohmilchangebot weiterhin unterschiedlich. In Neuseeland lag die Produktion im April 2017 um 6,3% über dem Vorjahreswert. Im soeben zu Ende gegangenen Milchwirtschaftsjahr (Juni 2016 bis Mai 2017) dürfte laut vorläufigen Zahlen die Vorjahresmenge in Summe um 1,1% unterschritten worden sein. In Australien wurde die Erzeugung im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,3% verringert. Im gesamten Milchjahr (Juli 2016 bis Juni 2017) dürfte sich ein Minus von rund 8% ergeben. Im Gegensatz dazu haben die Milchviehbetriebe in den USA ihre Anlieferung im April 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2% gesteigert. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet das US- Agrarressort ein Plus von 1,3%.

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