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Zentral-Landwirtschaftsfest

Fassanstich auf der Theresienwiese

Georg Wimmer sticht Fass mit Milch an
pd
am
06.09.2016

München - Mit dem traditionellen Anzapfen eines Holzfasses, mit Milch statt Bier, haben die Verantwortlichen auf der Theresienwiese den Milchviehstall für das diesjährige Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) präsentiert.

Es fehlen nur noch die Kühe, der Stall mit seinen wesentlichen Funktionen ist schon deutlich erkennbar. Viel heimisches Holz, moderne Stalltechnik mit einem automatischen Melksystem und automatisierter Fütterung sowie Kuhbürste, Ventilatoren und neuartiger LED-Beleuchtung für das Wohlbefinden der Milchkühe sind hier verwirklicht. Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Jakob Opperer sagte dazu: „Ja, es ist ein ambitioniertes und einzigartiges Vorhaben, einen Milchviehstall für die Dauer des Zentrallandwirtschaftsfestes mitten in der Landeshauptstadt München aufzubauen. Wir sind aber überzeugt, dass sich nur durch persönliches Erleben und Anschauen weit verbreitete Klischees und falsche Vorstellungen von der Tierhaltung aus der Welt schaffen lassen.“

Bedient ein Stall für gerade einmal 20 Milchkühe nicht eben diese Klischees?

Die Antwort darauf: Ein Haupterwerbsbetrieb wird angesichts der beschämend niedrigen Milchpreise nicht von 20 Kühen leben können. Aber es gibt in Bayern noch eine Reihe von Landwirten, die durch Einkommenskombination, durch Sparsamkeit und handwerkliches Geschick sowie durch die Besetzung von Nischen in dieser Größenordnung wirtschaften. Auch diese Betriebe verdienen es, die Möglichkeiten einer modernen Tierhaltung zu nutzen. Im Beispielsstall auf dem ZLF 2016 kann man den Alltag eines modernen Milchviehbetriebs erleben. Das, was hier beispielhaft mit 20 Kühen gezeigt wird, lässt sich ohne große Probleme auf 40, 60 oder mehr Kühe modulartig erweitern.

Die Fachleute der LfL haben sich in dieses Projekt sehr intensiv und engagiert eingebracht. Im vergangen Winter wurde Bauholz in den eigenen Wäldern eingeschlagen. Der Stall wurde nach modernsten Erkenntnissen von Grund auf geplant. Die Milchkühe wurden für ihren Auftritt und für den Einsatz beim Automatischen Melken trainiert. Während des ZLF werden die Tiere und der Stall von LfL-Mitarbeitern betreut, mehrmals täglich werden Führungen zu verschiedenen Themen angeboten. Dabei können alle interessierten Besucher erfahren, wie die Bedürfnisse der Kühe nach Licht, Luft, weichen Liegeplätzen und schmackhaftem Futter erfüllt werden. Für die Landwirte dürfte interessant sein, wie sich dieser Modulstall mit seiner technischen Ausstattung auf die eigenen betrieblichen Gegebenheiten anpassen lässt. Füttern, Melken und Entmisten sind automatisiert, die Belastung für die Tierhalter durch die teilweise schwere körperliche Arbeit an 7 Tagen in der Woche und an 365 Tagen im Jahr wird damit verringert.

Besucher sind herzlich eingeladen, den Stall mit den Milchkühen aus den LfL-Betrieben ab dem 17. September anzuschauen und sich selbst ein Bild zu machen. Wir gehen davon aus, dass sich Fachbegriffe wie „Laufstall“, „Kuhbürsten“, „wiederkäuergerechtes Futter“, „Liegeboxen“ oder „Kuhkomfort“ mit Bildern aus dem Milchviehstall am ZLF gut erklären lassen.

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