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Milchmarkt

In Frankreich wird die Butter knapp

Milchkühe Frankreich
VMB
am
24.11.2017

In unseren Nachbarländern sorgt das Thema Butter nach wie vor für hitzige Diskussionen.

Während sich in Deutschland der Buttermarkt etwas beruhigt hat und mit Beginn des Monats leider auch die Butterpreise nach unten korrigiert werden mussten, führt in den letzten Wochen im benachbarten Ausland das Thema Butter nach wie vor zu hitzigen Diskussionen.

So sorgen sich die Schweizer wegen der Butterknappheit, in der jetzt anstehenden "Guetsli-Zeit" nicht genügend von dem natürlichen Aufstrich zu bekommen und in Frankreich kommt es im Lebensmitteleinzelhandel tatsächlich zu Engpässen. 30 Prozent der Nachfrage konnten Pressemeldungen zufolge nicht bedient werden. Über die Ursachen wird im Nachbarland in den letzten Wochen heftig gestritten. Im Zentrum der Kritik der französischen Milchbauern steht dabei vor allem der dortige Lebensmitteleinzelhandel, der einfach keine marktgerechten Preise an die Molkereien ausbezahlt. Diese verkaufen dann die Butter lieber auf den preislich lukrativeren Märkten im Ausland.

Der Handel zickt

Unbeachtet der aktuellen Nivellierung der Butterpreise haben sich die Preise am Buttermarkt im Laufe des Jahres rasant entwickelt. Während aber in Deutschland die Kontrakte zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel in Abständen von ein bis drei Monaten verhandelt werden und somit zeitnah auch marktkonforme Preisanpassungen möglich sind, werden in Frankreich die Kontrakte nur einmal jährlich verhandelt. Dies ist letztmals im Februar diesen Jahres geschehen, als die Butterpreise noch deutlich niedriger lagen als derzeit.

Und zu einer Preisanpassung ist der Handel bisher partout nicht bereit, weil er sich auf die verbindliche Preisfestlegung auf ein Jahr beruft . Die Milchbauern sind jetzt sauer und protestieren, weil der Handel seinerseits von Engpässen bei der Milcherzeugung spricht, die halt nun einmal Grundlage der Butterproduktion ist.

Aber von einer Butterknappheit könne nach Ansicht der französischen Milchbauern überhaupt keine Rede sein. Der Handel müsse eben mehr für die Butter bezahlen, drei Euro für das 250-Gramm-Päckchen sei ein gerechter Preis und dem konsumpatriotischen Verbraucher durchaus zuzumuten.

Wer die Milchbauern in Frankreich kennt, darf davon ausgehen, dass sie hier nicht locker lassen. Und wenn der Handel weiterhin zickt, ist es für die französischen Molkereien - auch im Sinne der Milchbauern - von Vorteil, einen alternativen Markt zu haben.

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