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Marktgeschehen

Gerüstet

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Max Riesberg, Wochenblatt
am
15.12.2016

München - Was war das wieder für ein Jahr für die bayerischen Milchviehhalter? An Auf und Ab wohl kaum zu überbieten. Manche Akteure am Milchmarkt scheinen unberechenbar zu sein. Viele Entwicklungen sind nicht mehr nachvollziehbar, ernst zu nehmende Prognosen scheinen schlichtweg utopisch.

Max Riesberg

Stand vor wenigen Wochen noch das Drosseln der Produktion als unabweichliche Lösung im Raum, so werden von Seiten einiger Molkereien nun wieder Stimmen laut, die Bauern können jetzt ruhig wieder mehr melken. Der Markt würde das schon vertragen.

Klar, bei einem derzeitigen Auszahlungspreis von knapp über 30 Cent und angesichts leerer Lager und horrender Spotmarktpreise von über 40 Cent pro kg, ist das für viele Molkereiunternehmen wieder lukrativ. Ob es mit fachlicher Praxis oder gar einer nachhaltigen Betriebsentwicklung in der Landwirtschaft zu tun hat, scheint dabei keinen zu interessieren. Beim Bauernstand kann das freilich nur Kopfschütteln ernten. Denn Solidarität sieht anders aus.

Das Auf und Ab bei der Milch hat natürlich auch ihre Auswirkungen auf viele andere nachgelagerte Bereiche. So wirkt es sich beispielsweise direkt auf die Vermarktung von Nutz- und Zuchtrindern aus. Hier zeigt sich, je nach Region, ein recht unterschiedliches Bild im Freistaat. Während Absatzveranstaltungen mancherorts einem Trauerspiel gleichen, können Kühe, Bullen und Kälber anderswo solide Preise erzielen. Die Doppelnutzung spielt den Fleckviehbauern dabei in die Karten.

Auch in der Vermarktung von Lebendvieh muss man angesichts des volatilen Marktgeschehens für die Zukunft gerüstet sein, für Rekordauftriebszahlen, ebenso wie für Flauten. Dass Arbeitseffizienz und Tierwohl dabei heute entscheidend sind, liegt auf der Hand. Viele Zuchtverbände leisten hier vorbildliche Arbeit. Und moderne Vermarktungszentren sind auch ein Zeichen dafür, dass man sich nicht unterkriegen lässt.

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