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Milchmarkt

GlobalDairyTrade-Index steigt zu Jahresende um 1,9%

aiz
am
23.12.2015

Auckland - In der letzten Auktion dieses Jahres an der internationalen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) konnte erneut ein - wenn auch bescheidener - Preisanstieg verzeichnet werden. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, legte um 1,9% zu. Mit Ausnahme der Notierungen für Buttermilchpulver und Kasein wurde bei allen anderen gehandelten Erzeugnissen ein Plus verzeichnet

In Deutschland beteiligten sich laut EU-Angaben 9.427 Milchviehhalter. © Timo Klostermeier / pixelio.de

Die Notierung für Butteröl (AMF) konnte gegenüber der vorherigen Auktion (am 1. Dezember) im Durchschnitt aller Lieferkontrakte um 6,1% zulegen und jene für Butter sogar um 9%. Der Index für Cheddar-Käse stieg um 1,1%, Lactose wurde ebenfalls höher bewertet (+6,8%). Der Preis für Magermilchpulver konnte im Schnitt nur um 0,2% zulegen und bei Vollmilchpulver wurde ein geringer Anstieg um 1,8% verzeichnet. Rückläufig waren nur die Kurse für Buttermilchpulver (-6,1%) sowie für Kasein (-9,5%). Die Menge an gehandelten Milchprodukten war mit 24.888 t erneut geringer als bei der vorhergehenden Auktion.

Analysten hatten mehr erwartet
Nach drei Auktionen mit sinkenden Notierungen ist der GDT-Index jetzt zum zweiten Mal wieder gestiegen. Die Analysten werten dies als positives Signal, hätten sich aber durchaus etwas mehr erwartet. Vor allem bei Vollmilchpulver, dem am stärksten bei dieser Auktion gehandelten Produkt, lagen die Erwartungen etwas höher, nämlich bei einem Plus von 10%. Der Kurs für Vollmilchpulver lag im vierten Quartal 2015 um 5,5% unter dem Wert des dritten Quartals, aber immerhin über dem Vorjahresniveau (+6,3%).

Der durchschnittliche GDT-Indexanstieg um 1,9% werde die Weihnachtsstimmung der neuseeländischen Milchfarmer und insbesondere jene der Fonterra-Lieferanten nur "marginal verbessern", betont deren Sprecher, Andrew Hoggard. "Der Trend der Notierungen geht in die richtige Richtung, aber wir bräuchten mehr Tempo, um den angepeilten Durchschnittspreis der Auktion von 3.000 USD/t im kommenden Jahr zu erreichen und so den Erzeugerpreis unserer Mitglieder abzusichern", so Hoggard. Analysten wie Susan Kilsby von AgriHQ geben aber zu bedenken, dass die Milchproduktion in Neuseeland zwar rückläufig ist, an den fundamentalen Marktdaten - schwache Nachfrage und reichliches Angebot am Weltmarkt - habe sich aber noch wenig geändert, betonte sie.

Nathan Penny, Agrarökonom bei der neuseeländischen ASB-Bank, geht davon aus, dass sich das Überangebot bei den wichtigen Milchprodukten im Jahr 2016 abschwächen wird. Dennoch werde die Nachfrage weiterhin Luft nach oben haben. "Alles in allem erwarten wir, dass die Preise im Laufe des kommenden Jahres wieder über ihren langfristigen Mittelwert steigen", so Penny gegenüber Dow Jones News. Die nächste GDT-Auktion findet am 5. Jänner 2016 statt.

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