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Außerordentliche Mitgliederversammlung

Landesvereinigung Bayerische Milchwirtschaft: Finanzierung ungeklärt

pd
am
22.12.2016

Herrsching - Die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Ihre Finanzierung über einen Umlagehaushalt steht zur Diskussion. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Dezember 2016 im Haus der bayerischen Landwirtschaft wollten die Betroffenen nun nach Lösungen suchen.

Vorausgegangen war im November ein Antrag zur Reduzierung des Umlagesatzes auf 0,00 ct/kg (siehe Finanzierungskrise: Ministerium vermittelt). Seither verhandelten Erzeuger- und Molkereiseite über die Zukunft der Finanzierung der Umlage-Organisationen, wie z.B. der Süddeutschen Butter- und Käsebörse, die milchwirtschaftlichen Schulen in Kempten und Triesdorf sowie die LVBM, um nur einige zu nennen. Moderiert wurden die Verhandlungen vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Dazu, wie es weitergehen soll, gibt es einige Modelle, die jedoch noch keine allgemeine Zustimmung erhalten haben. Die von Molkereiseite vorgeschlagene Variante ist ein nur von Molkereien getragener und finanzierter Verein. Milcherzeuger kritisierten, dass es sich bei den Molkereigeldern auch um potentielles Milchgeld der Bauern handle und diese deshalb eingebunden sein müssten. Der Vorschlag der Milcherzeuger, des Handels und der Verbraucher sieht eine Beteiligung aller bisherigen Mitgliedsgruppen vor. Die neue Organisation wäre demnach durch die breitere gemeinsame Finanzierungsbasis aus Molkereibeiträgen und Erzeugerbeiträgen (aus dem umgebauten Milchförderungsfonds) finanziell deutlich besser ausgestattet und damit in der Lage die grösser werdenden Herausforderungen von Kommunikation, Ausbildung und Absatzförderung in Zukunft optimal abzudecken. Vertreter verschiedener Standpunkte nutzten die Gelegenheit und ergriffen das Wort. Nach einer kurzen Beratungszeit in kleinen Gruppen kamen die Teilnehmer der Versammlung zur Entscheidungsfindung zusammen.

In einer offenen Abstimmung entschied sich die Mitgliederversammlung, dem Ministerium zu empfehlen, den Umlagesatz nach dem Milch und Fettgesetz für 2017 zweigeteilt festzulegen: bis zum 30.06.2017 bei 0,043 ct/kg zu belassen und ab dem 1.07.2017 auf 0,00 ct/kg zu reduzieren. In den kommenden drei Monaten sollen Arbeitsgruppen aus allen Mitgliedsgruppen der LVBM ein Organisations- und Arbeitsmodell auf dauerhaft tragfähiger, freiwilliger Vereinsbasis und mit Anerkennung nach dem Milch- und Fettgesetz entwickeln. Bis zum 31.3.2017 erwarten Vorstand und Mitgliederversammlung der LVBM ein umsetzungsfähiges Konzept, bzw. einen Zwischenbericht. Den Haushaltsvoranschlägen für das Jahr 2017 der  Umlageeinrichtungen wurde einstimmig zugestimmt.

Über die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft e.V. (LVBM)

Die LVBM existiert seit 1956. Ihre Aufgabe ist, den Mitgliedern – dazu zählen Verbände von Erzeugern, verarbeitenden Betrieben, Handel und Verbrauchern – ein Dach für gemeinsamen Austausch zu bieten. Die LVMB bündelt die Interessen der Organisationen, die in der bayerischen Milchwirtschaft tätig sind, fördert den Absatz von Milcherzeugnissen, informiert Verbraucher und Multiplikatoren über Produkte, Rezepte und aktuelle Fragen der Ernährung. Den Vorsitz der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hat seit Januar 2014 Günther Felßner inne. Dr. Maria Linderer ist Geschäftsführerin des Verbandes mit Sitz im „Haus der Milch" in München.

Die Milchwirtschaft ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft im Freistaat: circa 8,7 Mio. Tonnen Milch wurden 2015 an 84 Molkereien und Betriebsstätten angeliefert sowie verarbeitet. Über 30.000 milcherzeugende Betriebe existieren in Bayern.

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