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Landwirtschaftliche Märkte - Sonne und Sturm

Mutterkuhhaltung
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
22.12.2017

Das Agrarmarktjahr neigt sich dem Ende zu. Für viele von Ihnen, liebe Leser, werden sich Hoffnungen erfüllt haben, aber manche von Ihnen werden auch von Enttäuschungen geplagt sein.

Positiv, zumindest im Vergleich mit dem Vorjahr, hatte sich das Jahr 2017 für die Milchbauern entwickelt. Die erzeugte Menge hat wieder besser zum Markt gepasst. Und was seit Monaten beim Milchfett passiert, hatte die Welt bisher noch nicht erlebt. Jetzt aber trübt sich die Lage wieder ein – die Milchmengen steigen, der Fettpreis sinkt.

Im Schatten der Milch hat auch der Rindfleischmarkt einen schönen Aufschwung genommen. Rindfleisch passt offenbar gerade in den Zeitgeist. Da braucht es nicht einmal die Weihnachtssaison, schaden tut sie aber auch nicht.

Bei den Schweinen sieht es schon wieder anders aus. Nicht nur, dass einige politische (Fehl-)Entscheidungen noch immer nicht zufriedenstellend ausfallen, Stichworte sind das Kastrationsverbot oder das Kastenstandurteil, jetzt schiebt sich vermeintlich unabwendbar die Gewitterwolke Afrikanische Schweinepest vor die Sonne. Hier bleibt fast nur zu hoffen, dass diese Wolke wieder abzieht oder sich (bei uns) doch nicht entlädt, sonst droht Sturm.

Auch auf die pflanzlichen Märkte scheint derzeit kaum die Sonne. Am Weltgetreidemarkt gibt es soviel Weizen, dass es kaum Aussicht auf baldige Besserung gibt. Beim Raps kann man sich auf den Rückenwind nicht recht verlassen. Am Zuckerweltmarkt hat das sonnige Hoch schnell wieder einem düsteren Tief Platz machen müssen. Und Kartoffeln gibt es heuer zum sprichwörtlichen Sau-Füttern. Ein paar Sonnenstrahlen gibt es aber auch. Die Braugerste etwa steht etwas im Glanz.

Glanz wünschen wir Ihnen trotz allem für die anstehenden Weihnachtstage. Sie sollen auch die Ruhe bieten, die jeder von uns zum Kraftschöpfen brauchen kann. Und dann hoffen wir alle gemeinsam auf ein gutes, erfolgreiches Jahr 2018.

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