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Kälbertränke

Milchaustauscher - ein Thema für die Praktiker

Kälbertränke
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Rainer Königer, Wochenblatt
am
08.02.2018

Die Bayern MeG fordert ein Reinheitsgebot für Kälbermilch. Das heißt: Kein Palmöl oder Kokosfett im Milchaustauscher.

Wirklich Substanzielles wurde bisher nicht umgesetzt. Doch wie sieht es auf den Höfen aus?

Steigen die Preise, wird wieder mehr gemolken. Das wurde in der zweiten Jahreshälfte 2017 mehr als deutlich. Doch woher kommen diese zusätzlichen Milchmengen? Wenn man annimmt, dass sich die Zahl der Milchkühe in kurzer Zeit kaum ändern kann, muss es entweder an der steigenden Milchleistung oder an der fehlenden Fütterung der Kälber mit Milch liegen. Stimmen die Preise, wird die Milch lieber verkauft und die Kälber bekommen einen preisgünstigen Milchaustauscher.

Und genau dieser Milchaustauscher hat erheblichen Einfluss auf den Markt. In der EU werden jährlich 1,2 Millionen Tonnen dieses Futtermittels verkauft. Ein Milchkreislauf wird dadurch nicht geschlossen. Dann wird an Stelle von Milchfett, das man auf diesem Weg vom Markt nehmen könnte, Palmöl und Kokosfett in einer Größenordnung von 200 000 Tonnen eingesetzt. Folgerichtig ist daher die Forderung der Bayern MeG nach einem Reinheitsgebot für Kälbermilch. Das heißt: Kein Palmöl oder Kokosfett im Milchaustauscher.

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) findet das alles andere als lustig. Solch eine Forderung sei rückwärtsgewandt, schließlich will man seinen günstigen Milchaustauscher an den Mann bringen. Billig muss es sein!

Auch wenn der Vergleich ein bisschen hinkt, erinnern sich die meisten noch an die Diskussionen und den Kampf gegen Analogkäse. Auch hier wurden billige Öle und Fette wie Palmöl eingesetzt und der Verbraucher wurde getäuscht. Man darf sich schon fragen, wo der Sinn darin liegt, Regenwälder abzuholzen, um letztlich bayerische Kälber mit Analogmilch zu füttern.

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