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Milchpleite

Milchhändler B.M.G. ist insolvent

Frischmilch
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Rainer Königer, Wochenblatt
am
15.03.2018

Der größte Milchhändler Deutschlands, die Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft mbH hat Insolvenz angemeldet. Wer holt jetzt die Milch ab?

Am Dienstag dieser Woche ist das eingetreten, was Insider bereits befürchtet hatten: Der größte Milchhändler Deutschlands, die Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft mbH hat Insolvenz angemeldet, die Milchautos der B.M.G. fahren nicht mehr und die Milch wird nicht mehr zu den jeweiligen Molkereien transportiert.

Der B.M.G., die als Milchhändler zwischen Erzeugern und Molkereien unterwegs war, wurden nach einer ersten, vorsichtigen Analyse die zum Jahreswechsel auf bis 15 ct/kg (aktuell etwa 24 ct/kg) abgestürzten Spotmarktpreise zum Verhängnis. Bereits im Januar wurde die Notbremse gezogen und der Auszahlungspreis auf 20 ct/kg plus ausgehandelter Zuschläge festgelegt. Aber auch das hat nichts geholfen.

2016 hatte das Berliner Unternehmen nach eigenen Angaben 1,15 Mrd. kg Milch unter Vertrag, das sind etwa 3 % der deutschen Milchanlieferung. Nach den Informationen des Geschäftsführers des Verbands der Milcherzeuger Bayern (VMB), Hans-Jürgen Seufferlein, war die B.M.G. für etwa 900 Milchlieferanten vor allem im Osten und im Norden der Republik tätig. In Bayern betrifft die Insolvenz ca. 160 Milchbauern mit geschätzten 60 bis 70 Mio. kg Milch.

Wer holt jetzt die Milch?

Nach Informationen des VMB steht die Auszahlung für Februar und die bereits gelieferte Milchmenge im März noch aus. Was mit diesen Forderungen passiert, ist noch unklar. Für die Milchabholung muss jetzt schnell eine Lösung gefunden werden. Da die B.M.G. nur Zwischenhändler war und die Milch an Molkereien weiter verkauft hat, springen jetzt hoffentlich auf die Schnelle die Molkereien ein.

Die Telefondrähte und Handys laufen in diesen Tagen bei den MEG-Vorsitzenden und der Bayern MeG heiß. Die Bayern MeG teilte kurz mit: „Die Mitarbeiter der Bayern MeG sind in dieser außergewöhnlichen Situation rund um die Uhr tätig, um gemeinsam mit den betroffenen Vorständen die auftretenden Probleme zu lösen. Dabei ist es der Bayern MeG ein Anliegen, sich bei den Molkereien, die hierbei die MEGs partnerschaftlich unterstützen, zu bedanken.“

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