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Vermarktung

Milchmarkt: Bayern MeG wächst weiter

Welzmiller-Maier
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Rainer Königer, Wochenblatt
am
30.10.2017

118 Milcherzeugergemeinschaften (MEG) und Liefergruppen finden sich nun unter dem Dach der Vermarktungsorganisation.

Die Reihen im südlichen Deutschland schließen sich zunehmend“: Mit diesen Worten begrüßte der erste Vorsitzende der Bayern MeG, Herbert Maier, vier weitere Milcherzeugerorganisationen, die vergangene Woche im Rahmen der Vorstands- und Aufsichtsratssitzung in Herrsching einstimmig aufgenommen wurden.

Neu dabei ist die MEG Gräfenberger Umland (15 Mio. kg an die Molkerei Bechtel), die MEG Moosen (7 Mio. kg, Meggle), die MEG Wertachtal (6. Mio. kg, Stegmann) und die Liefergenossenschaft Bezirksmolkerei Ansbach eG. Die Ansbacher haben bisher rund 60 Mio. kg an Omira geliefert. Wie bereits berichtet, hat die französische Großmolkerei Lactalis Omira aufgekauft.

Von den Verwerfungen im Molkereisektor war auch die MEG Altötting-Mühldorf betroffen. Hochwald kündigte die Verträge und beschloss den Standort in Weiding zu schließen. Zu dieser Schließung kommt es offensichtlich nicht, da sich mit der Almil AG ein Käufer für Teile des Weidinger Werks gefunden hat.

Wie Johann Bauer, Vorsitzender der MEG Altötting-Mühldorf in Herrsching erklärte, wird ab 1. April 2018 ein Großteil der gekündigten Hochwald-Milch weiter nach Weiding zu Almil geliefert. Eine Milchmenge von rund 20 Mio. kg wird die Molkerei wechseln, zukünftiger Abnehmer werden die Naabtaler Milchwerke Bechtel sein.

Neue Wege wird die Bayern MeG mit der Molkerei Zott beschreiten. Rund 650 Mio. kg Milch werden über die Bayern MeG inzwischen an Zott vermarktet, bisher mit einem festen Preismodell, das sich am bayerischen Durchschnittspreis orientiert bzw. mit halbjährlichen Nachzahlungsverhandlungen.

Jetzt soll es Preisverhandlungen über die monatlichen Abschlagszahlungen und eine Jahresnachzahlungsverhandlung geben, „ein Meilenstein“ wie Geschäftsführer Markus Seemüller meinte. Die Bayern MeG wird dafür eine 16-köpfige Preiskommission wählen, die am Verhandlungstisch mit der Molkerei Platz nehmen wird.

Branchenorganisation und Milchmarkt

Auch das Thema Branchenorganisation (BO) steht bei der Bayern MeG weiter auf der Agenda. Bis Weihnachten will sich die Spitze der Bayern MeG mit Vertretern des neu gegründeten Molkereivereins milch.bayern treffen und unter anderem dieses Thema besprechen.

Geht es um den Milchmarkt, wird ein spannender Herbst erwartet. Jürgen Geyer vom Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) sieht den Markt – vor allem für Bayern – bis Jahresende relativ gefestigt. Dafür sprechen unter anderem gute Käsekontrakte bis Jahresende und darüber hinaus.

Auf der anderen Seite stehen der „nach wie vor schwache Pulverbereich“ und wieder steigende Milchmengen. Bei den Anlieferungsmengen gab Geyer zu bedenken, dass die Mengen im Vergleich zum Vorjahr zwar steigen, allerdings sei man jetzt erst wieder auf dem Niveau von 2015.

In der Regel hängt der Erzeugerpreis in Bayern den aktuellen Marktentwicklungen immer etwas hinterher. Ein möglicher Rückgang am Weltmarkt sollte demnach die bayerischen Milchviehhalter erst später treffen.

Verabschiedet wurde auf der jüngsten Sitzung auch der langjährige Vorsitzende des VMB, Leonhard Welzmiller, der regelmäßig bei der Bayern MeG zu Gast war. Der Bayern MeG-Vorsitzende Maier würdigte Welzmiller als „sehr sachlich und ruhigen Menschen“, der immer bemüht sei, „nicht übereinander, sondern miteinander zu reden“. Er sei immer ein Befürworter der Bayern MeG gewesen  und „in Krisen der richtige Mann“.

Mit der Bayern MeG sei man auf dem richtigen Weg, erklärte Welzmiller: „Macht das, was ihr könnt, Milch vermarkten“, so Welzmiller, der jetzt Besitzer der Bayern-MeG-Butterdose ist.

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