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Milchpreis

Milchmarkt - wichtiger Index verzeichnet dritten Anstieg in Folge

Milch Spritzer
Aus Neuseeland kommen positive Signale für den Milchmarkt. Der weltweit bedeutsame GlobaleDairyTrade-Index konnte dreimal in Folge zulegen. © imago/MiS
von am
09.02.2018

Bei der Mittwochs-Auktion an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) konnte der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, erneut zulegen, und zwar um 5,9%.

So wie beim vorangegangenen Event wurden auch diesmal höhere Preise für alle gehandelten Milcherzeugnisse verzeichnet. Der GDT-Index tendierte bekanntlich von Oktober bis Dezember 2017 bei fast allen Auktionen nach unten, seit Jahresbeginn 2018 ist er nunmehr zum dritten Mal in Folge gestiegen.

Bei der letzten GDT-Auktion erhöhte sich der Index für wasserfreies Milchfett (AMF) um 0,5%, jener für Butter sogar um 7,9% und bei Buttermilchpulver wurde die höchste Steigerung (+8,4%) verzeichnet. Bei Cheddar-Käse ergab sich ein Plus von 7,2%, bei Labkasein stiegen die Kurse im Mittel um 5%. Bei Vollmilchpulver, dem am umfangreichsten gehandelten Produkt dieser Auktion, legten die Kurse um 7,6% zu und bei Magermilchpulver mit +7,2% fast ebenso deutlich. Insgesamt wurden bei diesem Event Molkereiprodukte im Umfang von 22.197 t gehandelt und damit spürbar weniger als bei der vorhergehenden Auktion; die Zahl der teilnehmenden Bieter verringerte sich von 200 auf 188.

Positive Kursentwicklung seit Jahresbeginn

Bei Vollmilchpulver, dem Leitprodukt dieser Auktion, sind die Kurse in der zweiten Jahreshälfte 2017 kontinuierlich gesunken. Ende Dezember wurde ein Jahrestief von 2.755 USD/t erreicht. Seit Anfang 2018 zeigt die Kurve wieder nach oben, gestern wurde über alle Kontrakt-Zeiträume ein mittlerer Preis von 3.226 USD/t erzielt.

Dieselbe Entwicklung zeigt sich auch bei Magermilchpulver. Hier lag der bei dieser Auktion erzielte mittlere Preis Ende Juni 2017 noch bei 2.218 USD/t, dann sank er bis Jahresende auf 1.675 USD/t. Die ersten zwei Events im Jahr 2018 brachten dann wieder Zuwächse, gestern kam es zu einem weiteren Anstieg auf 1.932 USD/t.

Bei Butter wurde bekanntlich in der ersten Jahreshälfte 2017 ein steiler Anstieg der internationalen Notierungen registriert, der bei der GDT-Auktion am 19. September in einem Rekordwert von 6.026 USD/t gipfelte. Danach zeigte die Preiskurve jedoch bis Jahresende steil nach unten, im Dezember wurde nur mehr ein durchschnittlicher Kurs von 4.474 USD/t verzeichnet. In den ersten drei Auktionen im Jahr 2018 erholten sich die Butterpreise wieder und verzeichneten zuletzt einen Anstieg auf 5.277 USD/t.

Sinkende Milchproduktion in Neuseeland stützte die Preise

Den jüngsten Anstieg des GDT-Index führen die meisten Analysten auf die Trockenheit in Neuseeland und die dadurch gesunkene Milchproduktion zurück. Der führende Milchverarbeiter des Landes, Fonterra, der auch der weltweit bedeutendste Exporteur von Standard-Molkereiprodukten ist, hatte im Dezember 2017 eine gegenüber dem Vorjahr um 4,6% geringere Anlieferung verzeichnet. Die jüngsten Regenfälle in Neuseeland hätten die Situation verbessert, sich aber noch nicht in einer höheren Milchproduktion niedergeschlagen, wird betont. Außerdem habe die Futterqualität durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse gelitten.

Nathan Penny, Agrarexperte der ASB Bank, geht davon aus, dass der aktuell positive Preistrend bei GlobalDairyTrade zeitlich begrenzt ist und bei einem steigenden Milchangebot wieder zum Stillstand kommt. Beim neuseeländischen Marktbeobachter AgriHQ weisen die Analysten darauf hin, dass die nunmehr wieder steigenden Kurse für Milchpulver damit zusammenhängen, dass sich einige Bieter aus dem asiatischen Raum, die zuerst auf weiter sinkende Preise hofften und abwarteten, nunmehr mit Ware eingedeckt haben, um bestehende Lieferkontrakte zu erfüllen.

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