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Milchmarkt

Milchpreise - der Norden hängt Bayern ab

Milchvieh Fleckvieh
Verband Milchviehhalter Bayern
am
08.11.2017

Schleswig-Holstein erreicht die 40-Cent-Marke, während Bayern noch im unteren Mittelfeld dahindümpelt.

Wie die AMI dieser Tage berichtet hat, sind die Milchpreise in Deutschland auch im September flächendeckend gestiegen. Doch an den Produktmärkten scheint der Scheitelpunkt überschritten worden zu sein. Dies könnte sich nach Einschätzung des Verbandes Milchviehhalteer Bayer (VMB) in einigen Regionen in den kommenden Monaten auch bei der Entwicklung der Erzeugerpreise auswirken.

Die Auszahlungsleistung der Molkereien ist im September nach Schätzungen der AMI im Bundesmittel auf 38,5 Cent/kg für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß gestiegen. Gegenüber dem Vormonat zogen die Milcherzeugerpreise teils nochmals kräftig an.

Vor allem in Baden-Württemberg und Brandenburg erhielten die Milcherzeuger mehr für ihre angelieferte Milch. Im Schnitt zahlten die Molkereien deutschlandweit rund 1,3 Cent mehr aus als im Vormonat.

Gegenüber dem September des unseligen Krisenjahres 2016 fielen die Milcherzeugerpreise um knapp die Hälfte höher aus. Der Abstand zwischen dem höchsten und dem niedrigsten auszahlenden Bundesland lag mit 3,9 Cent leicht unter der Differenz des Vormonats, was bei weitgehend noch stabilen Märkten als üblich zu bezeichnen ist.

Die Auszahlungsleistung wurde im September sowohl im Osten der Republik wie auch im Westen um durchschnittlich 1,3 Cent/kg angehoben. Durch den bereits vorhandenen Vorsprung in den Neuen Bundesländern bekommen die Milcherzeuger dort weiterhin mehr ausgezahlt. Im September belief sich der Vorsprung zum Westen auf rund 0,7 Cent/kg. Der Auszahlungspreis im Osten Deutschlands lag dabei bei 39,1 Cent/kg, im Westen der Republik bei nur 38,4 Cent/kg.

Dabei sind es die westlichen und südlichen Bundesländer, die mit unterdurchschnittlichen Preisen diesen Unterschied bewirken. Bayern liegt dabei derzeit mit geschätzten 37,9 Cent/kg (bei 4,0 Prozent Fett) noch knapp unter dem Durchschnitt. Dies liegt unter anderen auch daran, dass sich gerade die Markenhersteller nach wie vor schwer tun, die Marktsignale beim Lebensmittelhandel entsprechend umzusetzen.

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