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Marktlage

Milchzyklus

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
07.07.2016

München - Mit dem Wegfallen der Quote ist die europäische Milch offenbar in einen Schweinezyklus verfallen.

Wolfgang Piller

Der Schweinezyklus ist der Inbegriff für periodisch schwankende Märkte geworden. Jeder kennt ihn, nicht nur die Schweinemäster und Ferkelerzeuger. Die aber ganz besonders, denn sie müssen seit Langem mit ihm leben und wirtschaften. Der Schweinezyklus birgt Furcht und Schrecken, aber immer auch Hoffnung: Nach jedem Tal kommt ein Berg, leider auch nach jedem Gipfel ein Abstieg. Für diese Phase muss vorgesorgt sein. In guten Zeiten müssen im besten Fall Rücklagen geschaffen werden, damit die Tiefpreisphase durchgestanden werden kann.

Mit dem Wegfallen der Quote ist die europäische Milch offenbar in einen ähnlichen Zyklus eingetreten. Nicht überraschend ist, dass der Milchzyklus mit einer Talfahrt begonnen hat, die Erzeuger hatten sich in Stellung gebracht und sind mit enormen Mengen gestartet. Jetzt greifen langsam die Anpassungen seitens der Landwirte. Übrigens der Landwirte weltweit, denn die Milch steht ganz offensichtlich in einem globalen Wettbewerb. Was sie dem Schweinefleisch ähnlich macht, ist, dass es ein leicht austauschbares Produkt ist.

Milch ist Milch. Aber überall dort, wo es gelang, sie mit einer Marke zu verbinden, war die Tiefpreisphase etwas abgedämpft. Marke schließt in diesem Fall zum einen die tatsächlichen Molkereimarken mit dem Paradebeispiel Berchtesgadener Land ein, aber auch zum Beispiel den Biomilchsektor. Er funktioniert hier wie eine Marke, die das Produkt von anderen abhebt und eine bestimmte Käuferschicht anspricht. Ähnliches gilt für den Spezialitätenmarkt, also zum Beispiel Käse.

Was wir sehen, ist, dass Süddeutschland, noch genauer Bayern, eigentlich ganz gut aufgestellt ist. Nicht von ungefähr waren hier die Milcherzeugerpreise nicht so tief gefallen wie in Norddeutschland. Bleibt zu hoffen, aber auch etwas zu erwarten, dass die mit etwas Glück beginnende Hochpreisphase bei uns auch etwas höher steigt als im Norden.

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