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Dialog

Mit den Molkereien ins Gespräch kommen

Käselaib
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Rainer Königer, Wochenblatt
am
28.03.2018

Milchviehhalter und Molkereien müssen im Dialog bleiben. Und wenn die Molkereien dieses Dialogfeld jetzt „Sektorstrategie 2030“ nennen wollen, dann soll es halt so sein.

Was macht man nun mit jemandem, der ums Verrecken nicht mit einem sprechen will? Die Milchviehhalter betteln schon seit Monaten und Jahren an die Molkereien hin, sich gemeinsam für die Zukunft aufzustellen. Doch die Jungs von der anderen Seite wollen einfach nicht. Es ist zum Verzweifeln!

Es hilft aber nix. Man muss im Dialog bleiben. Und wenn die Molkereien dieses Dialogfeld jetzt „Sektorstrategie 2030“ nennen wollen, dann soll es halt so sein. Ob in der Sektorstrategie die Bedürfnisse der Erzeuger berücksichtigt werden, weiß heute niemand. Ob die Sektorstrategie mehr Fairness entlang der Wertschöpfungskette bringt, weiß heute auch niemand.

Fair haben sich die Molkereien in der B.M.G.-Insolvenz gezeigt. In Bayern ist offensichtlich keine Milch stehen geblieben. Die Molkereien haben die Milch anstelle des ungeliebten Milchhändlers selbst abgeholt – auch die B.M.G.-Spotmarktmilch. Fair muss aber auch die Bezahlung für diese Milch sein. Hier müssen schnell vernünftige Verträge ausgehandelt werden. Denn die Milch wurde auch vor der Insolvenz der B.M.G. in den Molkereien verarbeitet. Die Milch ist durch die B.M.G.-Pleite nicht mehr geworden. Den allgemeinen Milchmarkt sollte das nicht belasten.

Anders hätte es ausgesehen, wenn eine größere Molkerei plötzlich zugesperrt hätte. Dann wäre es verdammt schwer geworden, die Milch woanders unterzubringen, und am Markt hätte dies zu großen Verwerfungen geführt.

Dieses Szenario zeigt, wie wichtig „gesunde“ Molkereien sind. Genauso wichtig sind aber auch „gesunde Betriebe“, die mit einem vernünftigen Erzeugerpreis wirtschaften können. „Leben und leben lassen!“ Dieser bayerische Leitspruch darf auch in den knallharten Zeiten des Wettbewerbs gelebt werden. Wenn das der Fall ist, darf das Ganze auch gerne „Sektorstrategie 2030“ heißen.

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