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Interessenvertretung Milch

Molkereien lassen die Landesvereinigung fallen

Milchkönigin
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Rainer Königer, Wochenblatt
am
11.05.2017

Wolnzach - Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft, die Interessengemeinschaft Privater Milchverarbeiter Bayerns und der Genossenschaftsverband Bayern haben Ende vergangener Woche in Wolnzach beschlossen, wesentliche gemeinsame Aufgaben der bayerischen Milchwirtschaft neu zu organisieren.

Die drei Verbände haben sich laut Pressemitteilung darauf verständigt, dass ein ausschließlich von Molkereien getragener Verein gegründet wird, der das bisherige staatliche Umlagesystem ersetzt. Begründet wird dieser Schritt durch rechtliche Bedenken der EU-Kommission bezüglich des Umlagesystems, sowie Kritik an Aufgabenschwerpunkten und Entscheidungsstrukturen.

Der neue Molkereiverein, dessen Vorstände von den drei Verbänden gestellt werden, soll die zentralen Aufgaben der bayerischen Milchwirtschaft fortführen. „So werden die beiden Schulstandorte für Molkereifachleute in Triesdorf und Kempten, sowie die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e. V. finanziert und zusätzliche Aufgaben wie Krisenmanagement und Kommunikation aber auch Absatzförderung weiter forciert“, heißt es weiter im Text. Nach Informationen des Wochenblatts soll die Landesvereinigung bis Ende 2017 weiter geführt werden. Die Umlage wird ab 1. Juli 2017 auf Null gesetzt. Auch über die Rücklagen wird die Landesvereinigung wohl nicht verfügen können. Diese Mittel sind offenkundig für die Sanierung von Schulstandorten vorgesehen. Damit scheint ein Überleben der Landesvereinigung über 2017 hinaus äußerst unwahrscheinlich; der neue Molkereiverein sieht „keine Zukunft“ für die Landesvereinigung. In Sachen Absatzförderung setzt der neue Molkereiverein auf die, wie es heißt, „bewährte Zusammenarbeit mit der alp Bayern.“

Als nächster Schritt wird die Gründung des Vereins vollzogen, der bereits in wenigen Wochen seine Tätigkeit aufnehmen wird. Sehr wichtig sei es den von den Verbänden vertretenen Molkereien, dass man mit einem Kuratorium innerhalb des Vereins eine Plattform schafft, in der alle bisherigen Verbände und Organisationen, die in der Landesvereinigung repräsentiert waren, ihre Fachkompetenz und ihre Ideen einbringen können.

Über dieses Kuratorium soll auch Raum für gemeinsame Projekte beispielsweise mit dem Bayerischen Milchförderungsfonds geschaffen werden. Die beteiligten Verbände betonen in ihrer gemeinsamen Presseerklärung ausdrücklich, dass mit der Gründung dieses Vereins „ein wesentlicher Meilenstein in Sachen Zukunftsorientierung“ erreicht werden soll, der schlanke Strukturen garantiere.

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