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Botschafterinnen

Neue Milchhoheiten gekrönt

Milchhoheiten
Roland Lory
am
04.05.2017

Rottenbuch/Obb. - Sonja Wagner und Melanie Maier repräsentieren als Milchkönigin und Milchprinzessin das Milchland Bayern.

Es ist ein Amt, das viel Arbeit mit sich bringt, aber auch einzigartige Erfahrungen. Schätzungsweise mehr als 100 Mal werden die neue bayerische Milchkönigin Sonja Wagner und die neue bayerische Milchprinzessin Melanie Maier als Botschafterinnen für Milch- und Käseprodukte jeweils unterwegs sein.

Gekrönt wurden die beiden Hoheiten am Mittwoch auf der Schönegger Käse-Alm bei Rottenbuch. Sie setzten sich dabei gegen neun weitere Finalistinnen durch. 23 junge Frauen von 18 bis 25 Jahren hatten sich beworben.

Sonja Wagner ist 21 Jahre alt und im oberfränkischen Wonsees (Lks. Kulmbach) zuhause. Sie studiert derzeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Lebensmittelmanagement mit Schwerpunkt Lebensmittel tierischen Ursprungs. Wenn es die Zeit erlaubt, arbeitet sie auf dem elterlichen Betrieb (80 Milchkühe) mit. Die neue Milchkönigin hat ein Faible für die englische Kultur. Ansonsten geht sie gern Ski fahren. Auch fürs Kochen, Backen und Nähen hat sie etwas übrig. Studium und Milchkönigin sein – für Wagner kein Problem. „Das schaffe ich“, sagte sie dem Wochenblatt.

Auch Melanie Maier ist sicher, dass sie Job und Prinzessinnen-Amt unter einen Hut bekommen wird. Die 23-Jährige aus Halfing (Lks. Rosenheim/Obb.) ist selbstständige Betriebshelferin und kann sich ihre Zeit einteilen. Maier ist gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und stammt aus der Landwirtschaft. Zuhause stehen 140 Milchkühe im Stall. 2015 war sie als Sennerin am Wendelstein tätig. Überhaupt geht die junge Frau gern in die Berge. Sie hat eine Passion fürs Kochen und Nähen. Zudem ist sie in der Vogtareuther Garde sowie in der Dirndlschaft Halfing aktiv und geht abends gern weg. Interessant fände sie, die Milchwirtschaft in den USA kennenzulernen. Die weiteste Dienstreise der bisherigen bayerischen Milchkönigin Susanne Polz führte nach Japan. Dort gehörte sie einer Delegation des bayerischen Landwirtschaftsministers Helmut Brunner (CSU) an. „Das tollste war, dass man unseren bayerischen Käse dort im Kühlregal gefunden hat“, erzählte sie. Es sei „irre, wie schnell diese zwei Jahre vergangen sind“. Rund 120 Einsätze hatte sie, dabei ist sie rund 30 000 km gefahren.

Auch der bisherigen Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml wurde nicht langweilig. Bei einem ihrer letzten Auftritte auf der Verbandstierschau in Wertingen begegnete sie der ältesten Kuh Bayerns. „Die ist nur zwei Monate jünger als ich.“ Bäuml war auch Teil der Jury, die ihre und Polz’ Nachfolgerin kürte.

Außerdem gehörten dem Gremium Dr. Hans-Jürgen Seufferlein (Verband der Milcherzeuger Bayern), Michael Kuper (Schönegger Käse-Alm), Ulli Wenger (Journalist), Rosi Weber (DHB-Netzwerk Haushalt), Dr. Maria Linderer (Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft/LVBM) sowie Stefan Hiebl (Landwirtschaftsministerium) an.

Die Kandidatinnen seien eng beieinander gelegen, sagte Günter Felßner, Vorsitzender der LVBM, die den Wettbewerb organisierte. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Sie sind alle Siegerinnen“, rief er den Finalistinnen zu.

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