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Milchmarkt

Die (Preis-)Schere klappert

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
03.08.2017

München - Die einen stecken mit ihren Preisen in der Krise, die anderen erleben ein Hoch und die Preisschere zwischen den ähnlichen Produkten geht auseinander.

Redakteur, BLW, Wolfgnag Piller

Das war die Situation bei den konventionellen Milcherzeugern und den Biomilcherzeugern im letzten Jahr. Kein Wunder, dass sich etliche bayerische Landwirte entschlossen haben, auf die ökologische Erzeugung umzustellen.
Der hohe Preisunterschied ergab sich aus mehreren Gründen. Zum einen ließ natürlich die Schwäche der konventionellen Milch den einen Scherenflügel nach unten klappen. Zum anderen schaffen es die Biomolkereien bis jetzt ganz gut, die angelieferte Menge mit der abgesetzten in Einklang zu bringen. Immer wieder gab es in der Vergangenheit – kürzere – Aufnahmestopps für neue Lieferanten. Dass der Ökomilchpreis – also der zweite Scherenflügel – so stabil oben bleibt, liegt an einer funktionierenden, privat organisierten Mengensteuerung plus der weiter steigenden Nachfrage nach Biomilch.
Mit dem Ende der Milchpreiskrise hat sich die Schere wieder etwas geschlossen, und die Umstellerzahlen dürften sich wieder etwas beruhigen. Bei der nächsten Kulap-Antragphase wird sich das zeigen. Dazu kommt, dass die weitere Markterschließung im Biobereich auf neue Herausforderungen stößt. Denn die Konkurrenz in den Supermärkten wird größer – die Differenzierung geht rasant: Milch ohne Gentechnik, Heumilch, regional erzeugte Milch, ja sogar koscher erzeugte Milch steht mittlerweile neben der Biomilch im Regal. Sie alle bedienen die Vorlieben der Kunden, sich mit dem Einkauf vom Nachbarn abzuheben, sich besonders gesund zu ernähren, eine besondere Erzeugungsform zu unterstützen. Wer hier wem Konkurrenz macht, wird sich erst noch herausstellen. Doch alle müssen aufpassen, sich nicht selbst die Preisschere wieder zuzuklappen.

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