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Milchmarkt

"Weiße Linie" erfolgreich verhandelt

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
08.11.2017

In den letzten Wochen wurden die Kontrakte zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel für die Eigenmarken des Handels abgeschlossen.

Die Eigenmarken des Handels laufen unter der Bezeichnugn "weiße Linie". Unter den Produkten der "weißen Linie" fallen vor allem der große Block Konsummilch, Quark/Topfen, Sahne, Kondensmilch, Kaffeesahne und weitere sahnehaltigen Milchprodukte.

Trotz der jüngsten Entwicklungen an den Märkten mit erkennbaren Abwärtsentwicklungen, auch auf der Fettseite, konnten die Molkereien nach Einschätzung der Verbandes Milchviehalter Bayern (VMB) für dieses Produktportfolio ein insgesamt noch positives Ergebnis erzielen.

Nach Angaben des VMBs stieg der Abgabepreis für einen Liter Vollmilch (3,5 Prozent Fett) in den Varianten H-Milch, ESL-Milch und Frischmilch von bisher 0,68 Euro auf nunmehr 0,78 Euro an.

Auch bei der fettarmen Milch (1,5 Prozent Fett) gab es eine Erhöhung und zwar von bisher 0,63 Euro auf nunmehr 0,68 Euro.

Fett stärker im Preis berücksichtigt

Mit dieser Differenzierung wird auch den nach wie vor herrschenden Markttendenzen Rechnung getragen, dass - trotz der Rückgänge - die Fettseite überdurchschnittlich gut honoriert wird. Die über Jahre zu beobachtende Tendenz, dass zwischen der Vollmilch und der fettarmen Milch nur eine Differenz von 5 Cent/Liter gelegen hat, wurden dieses Mal völlig marktkonform auf eine Differenz von 10 Cent/Liter angepaßt.

Auffällig ist dagegen, dass bei der Biomilch der bisherige Preis von Vollmilch in der Variante mit 3,8 Prozent Fett unverändert bei 1,09 Euro geblieben ist.

Die Preise für Quark/Topfen und Magerquark (500 g) von bisher 0,79 Euro auf jetzt 0,83 Euro angehoben, die fetthaltigen Varianten (20 und 40 Prozent) mit 250 g von bisher 0,49 Euro auf jetzt 0,53 Euro.

Einen kleinen Preissprung nach oben machte auch die Kondensmilch mit 4, 7,5 und 10 Prozent Fett und auch die Kaffeesahne, die im Durchschnitt um 5 Cent pro 340 g angezogen haben.

Einen kräftigen Preisanstieg machten auch die haltbare und die frische Schlagsahne, die - für 200 g - jetzt für 0,69 Euro statt bisher 0,49 Euro in den Regalen liegt.

Insgesamt werden diese Abschlüsse, die eine Laufzeit bis Ende April kommenden Jahres haben, die Milchpreise nach Ansicht der VMBs in den nächsten Monaten nochmals nachhaltig stabilisieren. Milcherzeuger, deren Verarbeiter sehr stark in dieser Verwertung unterwegs sind, können in den kommenden Monaten nochmals mit einem spürbaren Milchpreisanstieg rechnen.

Ungeachtet der nach wie vor positiven Entwicklung gilt es aber vermehrt, neben dem Blick auf den Milchgeldzettel auch einen Blick auf die allgemeine Marktentwicklung zu nehmen. Der Markt ist zwar mittlerweile auch bei der Milch global ausgerichtet, aber die kleinen Rädchen haben ihren Ausgangspunkt und somit auch eine Mitverantwortung beim einzelnen Milcherzeuger.

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