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Milchmarkt

Milchindustrieverband spricht sich für höhere Preise aus

Milch fließend
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
30.10.2018

Beherrschende Themen waren in diesem Sommer die Dürre und die Auswirkungen auf die Futterversorgung der Kühe sowie der Rückgang der Milchmenge.

Doch nicht nur die Milchmenge sank, sondern auch die Inhaltsstoffe Eiweiß und insbesondere Fett lagen unter den Vorjahreswerten; die Standardinhaltsstoffe wurden vielfach nicht erreicht. Gleichzeitig stieg die Nachfrage und Produktion nach Käse (+1,5 Prozent) und insbesondere nach fetthaltigeren Käsesorten, so dass hier bislang viel Milch verwendet wurde.

Der Vorsitzende Peter Stahl meint dazu : „Die guten Erlöse für Milchfett in Produkten wie Käse und vor allem Butter haben die Milchauszahlungspreise in den letzten Monaten gestützt und den Landwirten einen besseren Milchpreis gegenüber den Vormonaten ermöglicht.“

Steigende Milchpreise sind für die Landwirte gerade vor dem Hintergrund der zum Teil unzureichenden Futterversorgung und gestiegenen Kosten wichtig. Grundlage für die weitere Milchpreisentwicklung stellen die aktuell zu verhandelnden Verträge mit dem Lebensmitteleinzelhandel dar. Hier kann der Handel ein Signal zur Stärkung der heimischen Milchwirtschaft setzen. Für das Kalenderjahr kalkuliert der Verband derzeit mit einem durchschnittlichen Milchpreis von etwa 34 Cent/kg netto bezogen auf einen Fettgehalt von 4,0 %.

Insgesamt liegt die Milchanlieferung in Deutschland derzeit -0,7 Prozent unter dem Vorjahr. Auch für die nächsten Monate wird in Europa mit einer nur gedämpften Milchproduktion gerechnet, auch wenn Irland seinen Rückstand aus dem Frühjahr aufgeholt hat. Neuseeland ist sehr gut in die neue Saison gestartet und auch in den USA wird mehr Milch gemolken. „International steht ausreichend Rohstoff für die Herstellung von Milchprodukten zur Verfügung, der Wettbewerb bei wichtigen Produkten wie Magermilchpulver und Käse wird weiter intensiv sein“, stellt der MIV-Vorsitzende in diesem Zusammenhang fest. Dahingegen mehren sich wohl die Anzeichen eines neuen Wetterphänomens El Niño auf der Südhalbkugel, was mit einer Einschränkung der Milchproduktion einhergehen könnte.

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