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Eiweißpflanze

Nagelprobe für Soja

Soja
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
15.11.2018

Soja in Bayern – das hat sich ein Stück weit normalisiert. Vor allem liegt das daran, dass der nun eingebürgerten Eiweißfrucht auch ein Markt bereitet wurde.

Wolfgang Piller

Jederzeit können Erzeuger ihre Ware verkaufen und sie können Anbauverträge abschließen. Das vereinfacht nun jene Besonderheit, die es dieser Kultur gerade in Anfangszeiten schwer gemacht hat: Sie muss verarbeitet werden, damit sie ihre Vorzüge ausspielen kann. Damit gab es einen Flaschenhals, der erst aufgeweitet werden musste. Doch ob der weitere Entwicklungsverlauf für heimisches Soja so stetig weitergehen wird, ist nicht sicher.

Das gilt am wenigsten für Ökosoja. Sowohl im Futter- wie im Speisebereich wird die Ökobranche auf heimische, gvo-freie Ware angewiesen sein. Die Kunden verlangen dies und würden wenig Verständnis haben für Aufweichungen. Für sie gehört bio und regional zusammen.

Im konventionellen Bereich aber ist die Messe nicht gelesen. Denn der bayerische Anbau steht in der Konkurrenz mit Soja aus Übersee und auch aus Südosteuropa. Zu Beginn konnten Regionalprogramme die etwas teurere Ware leicht aufnehmen. Ja sie waren sogar die Initialzündung für den Anbau in Bayern.

Dann hat die Welle mit gvo-freier Milch angeschoben sowie die ersten Produkte, die mit dem Donau-Soja-Label auf sich aufmerksam machen konnten. Es werden weitere Produktgruppen folgen müssen. Im Zugzwang ist die Fleischbranche. Doch offenbar fällt es ihr nicht so leicht, mit gvo-freier Fütterung oder mit stringenter Regionalität zu punkten. Und trotzdem muss es gelingen.

Bayern-Soja braucht eine Vergütung und der LEH muss die Verbraucher daran beteiligen. Das wird zur Nagelprobe werden. Denn es wird noch lange dauern, dass dem Importsoja die von ihm verursachten Umweltkosten berechnet werden und damit die Konkurrenzübermacht schwindet. Darauf wird die heimische Sojaszene nicht warten können.

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