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Biomarkt

Bayern ist Bio-Importland

Biogemüse
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
11.01.2018

Die Ökobranche freut sich weiter über ihre Erfolge und das ist durchaus berechtigt. Denn der Erfolg beruht auf dem Zuspruch der Kunden und damit auf einem tragfähigen Fundament.

Wolfgang Piller

Die Branche wächst insgesamt und sie wächst auch bei uns vor Ort. Das bedeutet, dass wieder mehr heimische Landwirte für die Rohstoffbasis sorgen, sodass die Verarbeiter mehr durchgängig regional erzeugte Biolebensmittel anbieten können.

Das ist keineswegs selbstverständlich: Wenn demnächst die Messe Biofach in Nürnberg die Fachwelt zusammenholt, wird auch zu sehen sein, wie global und wie bis ins kleinste Detail durchkonstruiert mittlerweile Biolebensmittel erzeugt werden.

Die Bioverarbeiter bedienen damit die Trends der städtischen Lifestyle-Gesellschaften, deren Mitglieder sich selbst in der ganzen Welt zu Hause sehen. Für viele ist es kein Widerspruch, dass sie einerseits nicht auf ihren Avocado-Ananas-Smoothie „natürlich in Bioqualität“ verzichten wollen und andererseits sich brüsten, „alles möglichst regional“ einzukaufen.

Wenn Bayerns Biobranche seit einiger Zeit mit dem eigenen Siegel nachweisen kann, dass sie biologisch und regional unter einen Hut bringt, trifft das den Geschmack der Kunden. Zum anderen geraten Verarbeiter unter Zugzwang. Denn noch können die hiesigen Erzeuger längst nicht alle Rohwaren zu jeder Zeit in ausreichender Menge liefern.

Bayern ist Bio-Importland. Das ermöglicht zugleich eben weitere Zuwächse für den heimischen Ökolandbau. Und wenn es gelingt, Importe durch heimische Erzeugnisse zu ersetzen, geraten trotz hoher Umstellerzahlen die Biopreise nicht unter Druck. Die Aussichten bleiben weiterhin gut. Der Verbraucherwunsch geht eindeutig in Richtung biologische und regional erzeugte Lebensmittel. „Bio“ hat dabei den Vorteil, dass es genauer definiert ist als „regional“ oder auch „fair“ und „nachhaltig“.

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