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Obsternte

BayWa Obst beantragt wegen Ernteeinbruch Kurzarbeit

Apfelernte
aiz
am
01.08.2017

München - Hintergrund sind die zu erwarteten erheblichen Mindererträge nach heftigen Frostschäden während der Apfelblüte im Frühjahr.

Die BayWa Obst GmbH & Co. KG beabsichtigt aufgrund der bevorstehenden Ernteeinbrüche bei Kernobst für ihre Obstbetriebe in Süddeutschland Kurzarbeit zu beantragen. Wie den Mitarbeitern vor Ort heute mitgeteilt wurde, befindet sich das Unternehmen in Abstimmung mit dem Betriebsrat über einen Antrag für die Vermarktungssaison der kommenden Ernte. Hintergrund sind die zu erwarteten erheblichen Mindererträge nach heftigen Frostschäden während der Apfelblüte im Frühjahr. Derzeit geht man in weiten Teilen der Anbauregionen von einem Mengenrückgang um bis zu 70% aus.

Ohne entsprechende Erntemengen kann der Agrar- und Handelskonzern BayWa seine spezialisierten Betriebe über mehrere Monate hinweg nicht auslasten. An den Standorten werden pro Saison im Schnitt 60.0000 t Kernobst sortiert, gelagert und verpackt. Mit der Kurzarbeit sollen, trotz des wirtschaftlichen Schadens aus der erwarteten Missernte, auch bei der BayWa die rund 100 Arbeitsplätze in der Region erhalten werden.

"Wir müssen uns nun mit allen Mitteln gegen diese Misere in unseren Erfassungsgebieten stemmen", erklärt der Vorstandsvorsitzende der BayWa AG, Klaus Josef Lutz. "Wir erwarten die geringste Ernte seit 25 Jahren - für die Erzeugerbetriebe in der Region ist die Situation mehr als fordernd und bisweilen existenzbedrohend", so Lutz. Kurzarbeit wäre bei solch denkbar schlechten Bedingungen ein Mittel, um Mitarbeiter und Arbeitsplätze zu schützen. Die Kurzarbeit beginnt voraussichtlich in den ersten Betrieben im Herbst 2017 und endet bei den letzten im Sommer 2018. Die BayWa will sich gemeinsam mit ihren Partnern dafür einsetzen, dass die Kunden des Lebensmitteleinzelhandels neben der Handelsklasse 1 auch qualitativ schwächere Ware abnehmen, da bei den verbleibenden Erntemengen spürbare Qualitätseinbußen erwartet werden.

Frostschäden auch in anderen Ländern

Der Grund für den Ernterückgang liegt in Frostnächten in der letzten Aprilwoche 2017 und der anschließenden nasskalten Witterung. Neben den Anbauregionen in Deutschland, werden auch deutliche Ernteeinbußen für Frankreich, Polen, Österreich und Italien prognostiziert. Am stärksten betroffen waren aber Betriebe in Süddeutschland, bei denen die Apfelbäume bereits in voller Blüte standen und die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt gefallen sind.

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