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Ökomarkt

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
12.01.2017

München - Der Ökolandbau und die Biomärkte – es liest sich wie eine absolute Erfolgsstory. Zuwachsraten, die so hoch sind, dass der LEH mit seinen Supermärkten und Discountläden nicht mehr drumherum kam, Biowaren in seine Regale aufzunehmen. Zumal auch die Verbraucher unüberhörbar nach Biolebensmitteln verlangen. Aus manchem Naturkostladen wurde ein Bio-Supermarkt mit vollem Sortiment. Bio ist in, bio ist in aller Munde. Wer genau hinsieht, erkennt trotzdem Kratzer im Ökolack.

Wolfgang Piller

Altbekannt ist, dass Zuwachsraten oft sehr hoch sind, wenn das Ausgangsniveau niedrig ist. Die Folge ist, dass selbst nach Boomjahren die Zahlen insgesamt noch immer niedrig sind. Diese Phase scheint der Biomarkt aber zu verlassen. Die Zahlen sind auch für sich genommen relevant. Bekannt sind auch die Unterschiede zwischen geäußerten Verbraucherwünschen und Verbraucherverhalten. Viele kaufen einige wenige Produkte, um damit ihr Gewissen insgesamt zu entlasten. Milch und Käse eignen sich dafür besonders, dazu auch Eier sowie Karotten und Kartoffeln. Kein Wunder also, dass der herkömmliche LEH und insbesondere die Discounter nur eine kleine Warenauswahl in Bioqualität haben. Das reicht fürs Image.

Wer seinen kompletten Lebensmittelbedarf mit Biowaren decken will, muss schon ein Bio-Spezialgeschäft aufsuchen und das ist meist nur in einer größeren Stadt zu finden. Die Branche könnte aber bestimmte Warengruppen gar nicht ausreichend anbieten. Es gibt zu wenig Biogemüse, zu wenig Biofleisch. Es fehlen die heimischen Erzeuger und Importen fehlt es oft am Vertrauen. Nötige Strukturen müssten erst aufgebaut werden. Die Umstellerzahlen waren in den letzten Jahren auch eher gering. Erst die Preiskrise an den konventionellen Märkten hat wieder angeschoben. Es bleibt einiges zu tun. Die Erfolgsstory ist noch nicht zu Ende geschrieben.

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