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Oktoberfest

Wie viel ist Regionalität wert?

Schmid Josef
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
15.09.2017

München - Wiesn-Chef Josef Schmid hat vorgeschlagen, künftig Produkte mit dem Siegel "Geprüfte Qualität Bayern" bei der Punkte-Bewertung der Oktoberfest-Gastronomie aufzuwerten. Das Echo fiel unterschiedlich aus.

Ein klares "Ja" gab es vom Bayerischen Bauernverband: „Wir begrüßen den Vorschlag von Wiesn-Chef Josef Schmid, künftig Produkte mit dem Siegel ‚Geprüfte Qualität Bayern‘ im Punktesystem aufzuwerten. Regionale Produkte haben immer mehr an Bedeutung gewonnen und immer mehr Verbraucher achten auf eine regionale Herkunft – der Vorschlag von Herrn Schmid ist längst überfällig. Das Siegel ‚Geprüfte Qualität Bayern‘ steht für hohe Produktqualität, regionale Wertschöpfung und kurze Wege. Garantiert wird das durch ausgewählte Qualitätskriterien sowie eine unabhängiges und staatlich geprüftes Kontrollsystem. Es gibt keinen Grund, warum regionale Erzeugnisse gegenüber Bio-Produkten aus aller Welt benachteiligt werden sollten“, erklärte Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes.

Eine ganz andere Reaktion gab von Seiten der Tollwood-Festivalleitung, namentlich Rita Rottenwallner. Sie sparte dabei nicht mit drastischer Kritik:  "Mit dieser Beschlussvorlage fallen Sie der Bio-Landwirtschaft in den Rücken und leisten der industriellen Massentierhaltung – nicht nur in Bayern, aber dort vor allem auch – Vorschub", warf sie in einem offenen Brief Münchens Bürgermeister Josef Schmid vor und legte nach: "Vor diesem Hintergrund sehe ich mich leider gezwungen, den Münchner Umweltpreis, den mir die Stadt 2007 verliehen hat, zurück zu geben." Der Brief endete mit dem Satz: "Ich bin sicher, Sie haben Verständnis für diese Entscheidung". Ob dem so ist, darf wohl bezweifelt werden.

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