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Anbaufläche

Raps eingebremst

Raps
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
01.08.2019

Raps ist sein Geld wert. Auch für viele Fruchtfolgen müsste man ihn erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe.

Wolfgang Piller

Der Raps ist eine europäische und insbesondere auch deutsche Nummer. Kein Speiseöl ist hierzulande beliebter als Rapsöl. Unser Biodiesel wird zum Großteil aus Rapsöl produziert, und das Rapsschrot als gvo-freie Alternative zu importiertem Sojaschrot ist gerade in Bayern gefragt.

Schon diese kurze Aufzählung dürfte hinreichend Auskunft geben, dass die Wertschätzung von Raps nicht zurückgehen dürfte. Im Gegenteil, Biodiesel wird als Maßnahme zur Minderung von Treibhausgasemissionen der Mineralölindustrie noch wichtiger werden und es gibt zumindest eine Absichtserklärung seitens der EU, weniger Palmöl als Rohstoff in Europa verwenden zu wollen. Wie es mit den Biodieselimporten weitergehen wird, muss sich aber erst noch endgültig weisen. Vor kurzem hat die EU zumindest Strafzölle auf indonesische Biodieselimporte (auf Palmölbasis) verhängt, allerdings auch Argentinien ein zollfreies Kontingent an Soja-Biodiesel zugestanden.

Raps ist also schon sein Geld wert. Auch für viele Fruchtfolgen müsste man ihn erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe. Allerdings hat er es in den letzten Jahren den Anbauern nicht gerade leicht gemacht. Die Erträge konnten das erreichte Niveau nicht halten. Die trockenen Sommer haben schon die Aussaat erschwert. Die fränkischen Anbauer können ein Lied davon singen. Die eingeschränkten Möglichkeiten im Pflanzenschutz vereinfachten den Anbau der schützenswerten Kultur auch nicht gerade.

Dabei brauchen die Erzeuger vernünftige Erträge unbedingt, um angesichts der keinesfalls rekordverdächtigen Preise vernünftige Einkünfte erzielen zu können. Jetzt unterstützt die Rohstofflücke zumindest das Preisniveau der hiesigen Ölfrucht. Doch die EU wird sich nicht von den internationalen Warenströmen lösen und so bleibt der Raps im globalen Ölsaatenmarkt hängen. Zumindest teilweise ist er ein Austauschprodukt. Das bremst seine Preiswürdigkeit, zum Leidwesen der Anbauer.

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