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Markt für Wolle und Fleisch

Mit der Region sich abheben

Brillenschafe 1
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
10.05.2019

Kein anderes Nutztier steht mehr für das Thema Biodiversität als das Schaf.

Wolfgang Piller

Schon alleine deshalb hätte es mehr Aufmerksamkeit und vor allem auch mehr Wertschätzung verdient. Doch keines seiner vielfältigen Produkte schafft es derzeit aus seiner – meist schlecht entlohnten – Nische heraus.

Das hat zweifellos jeweils andere Ursachen. Bei Fleisch und Wolle ist es u. a. die Konkurrenz aus anderen Erzeugerregionen mit deren klimatischen Vorteilen, die eine kostengünstigere Produktion erlauben. Zudem kann das Angebot anscheinend spielend jede Nachfrage befriedigen.

Nutzen für die Gesellschaft und zugleich Nachteile am Markt – das ruft nach staatlicher Förderung. Doch diese ist gerade nicht in Mode, und überhaupt sollen staatliche Subventionen einen Nachteil höchstens ausgleichen, aber nicht wirklich einkommensfördernd wirken. Was bleibt? Etwas das in Mode ist: Regionalität.

Die Region als Marketinginstrument ist ein Mittel zum Zweck, nämlich um sich am Markt von der Konkurrenz abheben und höhere Preise erzielen zu können. Das funktioniert (immer besser) und zwar bei vielen Produkten. Jede Verbraucherumfrage bestätigt die Bereitschaft, regionale Produkte zu bevorzugen.

Aber wie so oft ist das mit dem Verbraucher so eine Sache. Wenn die Importware daneben doch erheblich billiger ist, vergisst er schnell seine Vorlieben. Und manchmal ist es – wie bei der Wolle – nur schwer möglich, die Produkte in einem regionalen Herstellungszyklus zu fertigen. Und doch ist jede Anstrengung dahingehend lohnenswert, wie viele Beispiele zeigen.

Nicht umsonst schauen viele deutsche Regionen voll Neid auf den guten Ruf bayerischer Produkte und deren Erfolge am Markt. Es gilt, beharrlich zu bleiben und sich nach und nach den guten Namen zu verdienen. Wertschätzung und damit Nachfrage entstehen auch durch das Angebot, wenn es nur oft genug zu sehen ist.

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