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Handelsabkommen

EU will mehr Rindfleisch reinlassen

Rindfleisch Brasilien
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
17.11.2017

Die EU hat dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur in Aussicht gestellt, mehr Rindfleisch in die EU exportieren zu können.

Die EU hat im Zuge ihres Marktzugangsangebots an den Mercosur bereits ein Angebot zu Rindfleisch gemacht. Jetzt erwägt sie eine Erhöhung dieses Angebots in Form von größeren Rindfleischmengen. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Rindfleisch“ von Copa und Cogeca, Jean-Pierre Fleury, sagte dazu: "Den europäischen Verbrauchern noch mehr Rindfleisch aus diesen Ländern anzubieten, obwohl die dortigen Sicherheitsstandards nicht unseren entsprechen, ist skandalös! 86 % unserer Rindfleischimporte stammen bereits aus diesen Ländern, in denen nicht dieselben Qualitäts- und Rückverfolgbarkeitsstandards eingehalten werden wie bei uns."

Fleury weist auch auf die Verbrauchergesundheit hin: "Diese mögliche Steigerung von Rindfleischexporten aus Brasilien in die EU sind schlechte Neuigkeiten für die Verbraucher in der EU, wenn diese sich nicht Antibiotikarückständen aussetzen wollen, die vor Ort gebraucht werden, in der EU jedoch verboten sind. Seit Wiedereinführung der mikrobiologischen Tests wurden vor kurzem 22 Chargen Rindfleisch aus Brasilien an der Grenze beschlagnahmt, da sie nicht den Gesundheitsvorgaben der EU entsprachen. Der jüngste Lebensmittelbetrug beinhaltete die Fälschung von Exportgenehmigungen für 10 Jahre oder mehr.“

Copa und Cogeca haben gestern der Europäischen Kommission eine Reihe von Empfehlungen vorgelegt, um den Anwendungsbereich der Audits auszuweiten und zu verbessern sowie alle mit dem Rindfleischsektor zusammenhängenden Informationen, die während der nächsten Mission nach Brasilien gesammelt werden, zu veröffentlichen. "Dieser Mission müssen auch Europa-Abgeordnete angehören“, so Fleury weiter.

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