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Geschäftsidee

Mit Jura-Wagyus auf Erfolgskurs

Wagyurind
Stephan Herbert Fuchs
am
22.06.2017

Birkenreuth - Die Familie Braun-Hofmannes hat es mit ihren Jura-Wagyus mittlerweile zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Landwirtschafts-Staatssekretär Peter Bleser besuchte den Betrieb.

Der bäuerliche Familienbetrieb soll auch in Zukunft das Leitbild der deutschen Landwirtschaft sein. Darauf hat der Parlamentarische Landwirtschafts-Staatssekretär Peter Bleser hingewiesen. Bei einem Besuch des Wiesenthofes der Familie Braun-Hofmann in Birkenreuth, einem kleinen Ortsteil des Marktes Wiesenttal, legte Bleser großen Wert darauf, dass auch in Zukunft das bäuerliche Haupteinkommen aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte stammt und nicht aus den Bereichen Natur- und Landschaftspflege oder aus Tierschutzzahlungen.
Beim Familienbetrieb Braun-Hofmann muss sich der Staatssekretär darum keine Sorgen machen. Die engagierten Landwirte haben es mit ihren Jura-Wagyus mittlerweile zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Sogar eine Hamburger Spezialitätenmetzgerei wird mit dem Fleisch der Rinderrasse, die auch als Kobe-Rinder bekannt sind, beliefert. In einigen Metzgereien in der Region ist das feine und gleichmäßig marmorierte, extrem saftige und geschmackvolle Fleisch ebenfalls erhältlich.
In Japan zahlt man dafür Spitzenpreise. Dabei war Landwirt Peter Hofmann durch einen puren Zufall auf die Exoten gekommen. Er sah vor zehn Jahren einen Fernsehbeitrag über die Rinder, erzählte seiner Tierärztin davon, deren Mann wiederum Japaner ist, und schon war ein erster Kontakt hergestellt. Vier Tiere wurden im Jahr 2007 über Australien organisiert und fanden den Weg in die Fränkische Schweiz. Mittlerweile besteht die Herde aus etwa 60 Mutterkühen und vier Wagyu-Stieren, die zuverlässig für Nachkommen sorgen. Die Tiere dienen ausschließlich zur Zucht und zur Fleischgewinnung, die Milchviehhaltung hat Hofmann schon vor zwölf Jahren aufgegeben. Zum Hof gehören auch eine Biogasanlage und vier Ferienwohnungen. Mittlerweile bewirtschaftet die Familie rund 200 ha Acker- und Grünland.

Beitrag zum Naturschutz

Auf den Birkenhof war der Staatssekretär aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium durch die Abgeordnete Silke Launert aus Bayreuth und deren Kontakt zu Susanne Braun-Hofmann gekommen. Die Bäuerin gehört nicht nur dem örtlichen Gemeinderat an und ist BBV-Ortsbäuerin, sie ist auch dritte Bürgermeisterin des Marktes Wiesenttal. Launert nannte den Wiesenthof ein Musterbeispiel dafür, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb in Nischen erfolgreich sein kann. Sie sprach sich auch dafür aus, mehr Basisarbeit für die Landwirtschaft zu leisten und beispielsweise in Schulen Kindern und Jugendlichen moderne Landwirtschaft zu vermitteln.
Staatssekretär Bleser bezeichnete es als dringliches Anliegen, bei Naturschutzverbänden für Verständnis zu werben, dass Landwirtschaft nach guter fachlicher Praxis auch ein Beitrag zum Naturschutz ist. Wenn hierzulande die Tierhaltung unterbunden werde, könne sie nirgends anders auf einem derart hohen Niveau fortgeführt werden, so der Bamberger BBV-Kreisobmann Edgar Böhmer.
Beherrschendes Thema war einmal mehr der geplante Bau von HGÜ-Erdverkabelungen. Der stellvertretende oberfränkische BBV-Präsident Erwin Schwarz aus Kronach wiederholte die Forderung nach einer Entschädigung für die Zerstörung und notwendige Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Ackerflächen und zusätzlich eine Pacht auf Dauer. Diese wiederkehrende Leistung soll dafür sein, dass der Bauer die Erdverkabelung auf seinem Acker mit allen damit verbundenen Einschränkungen dulden muss. BBV-Direktor Wilhelm Böhmer aus Bamberg bezifferte dabei erstmals auch die offizielle Forderung des Bauernverbandes auf 10 € pro Jahr und Meter. Bleser nannte diese Zahl hinsichtlich der immensen Baukosten angemessen. „Das ist keine unzumutbare Belastung“, sagte er, eine Strompreiserhöhung könne man damit nicht begründen.

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