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Internationaler Handel

Mercosur - Copa fordert keine weiteren Zugeständnisse im Agrarhandel

Fleisch Brasilien
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
26.01.2018

Der europäische Bauernverband sieht die europäischen Märkte durch Importe aus dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur massiv unter Druck.

Im Vorfeld des Ministertreffens zwischen der EU und dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur am 29. und 30 Janaur appellierten Copa und Cogeca an die EU, ihr Angebot zur Landwirtschaft in den Handelsgesprächen nicht zu erhöhen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz sagte der Generalsekretär von Copa und Cogeca, Pekka Pesonen: „Die EU hat den Mercosur-Ländern in diesen Verhandlungen schon viel zu viel im Bereich Landwirtschaft zugestanden, ohne dafür eine nennenswerte Gegenleistung zu erhalten. Ein Bericht der Gemeinsamen Forschungsstelle zeigt, dass ein Handelsabkommen die EU-Landwirtschaft über 7 Milliarden Euro kosten könnte.“

 „Der Großteil der Rindfleisch-, Zucker-, Geflügelfleisch- und Orangensaftimporte der EU kommen bereits aus diesen Ländern. Über 75 % des in die EU eingeführten Rindfleischs – hauptsächlich hochwertige Teilstücke – stammen aus den Ländern des Mercosur. Bei Masthähnchen könnte ein ausgeweitetes Angebot für Teilstücke einen Verlust der Absatzmärkte für 150 Millionen in der EU produzierte Masthähnchen nach sich ziehen und so Wachstum und Beschäftigung in unseren ländlichen Gebieten reduzieren“, so Pesonen weiter.

 „Der Zucker- und Ethanolsektor wird von den Mercosurländern massiv subventioniert. Diese Länder sind keinerlei Engagement eingegangen, dies zu reduzieren. Folglich appellieren wir an die EU, Importzölle beizubehalten, um ein Überangebot auf unserem Binnenmarkt zu verhindern und faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen.“

„Die europäische Reisproduktion steht ebenfalls unter Druck. Ein Handelsabkommen mit den Ländern des Mercosur würde außerdem unseren Markt für frische Orangen und Orangensaft beeinträchtigen.“

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