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Handelsverträge

Rindfleisch: Es droht ein Deal mit Mercosur Handelsblock

Rindfleisch-Etikettierung
pd
am
15.09.2017

Brüssel - Copa und Cogeca haben Pläne der EU-Kommission verurteil, Rindfleisch in Gespräche der nächsten Verhandlungsrunde zwischen EU und Mercosur aufzunehmen.

Während sich die Handelsgespräche zwischen der EU und dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur intensivieren, verurteilen Copa und Cogeca das Vorhaben, Rindfleisch in ein potenzielles Handelsabkommen mit dem Mercosur aufzunehmen, und warnen vor der damit einhergehenden Gefährdung des Angebots an Qualitätsrindfleisch aus der EU sowie der Gefährdung von Wachstum und Beschäftigung in ländlichen Gebieten.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Rindfleisch“ von Copa und Cogeca, Jean-Pierre Fleury, sagte in Brüssel: „Wir sehen dieses Vorhaben mit größter Sorge, da das Handelsabkommen mit dem Mercosur schwerwiegende Folgen für die europäische Landwirtschaft und insbesondere für den Rindfleischsektor hätte. Dies ist umso besorgniserregender, als der Fleischkonsum in den letzten zehn Jahren bereits um 20 % zurückgegangen ist und wir auch noch nicht wissen, welche Auswirkungen der Brexit auf die Landwirtschaft der EU haben wird.“

„Überdies halten wir einige der strengsten Lebensmittelsicherheits- und Tierwohlstandards der Welt ein, denen Importe aus den Ländern des Mercosur nicht unterliegen.“

„Vom Tag der Geburt eines Tiers bis zu seinem Tod wird jede Verbringung von uns aufgezeichnet, während in den Ländern des Mercosur nur 10 % der Lebenszeit des Tieres abgedeckt sind. Unser System beruhigt die Verbraucher hinsichtlich der Sicherheit und Qualität des Fleischs. Die Rindfleischerzeugung in Europa und insbesondere die spezialisierte Rindfleischproduktion bieten zudem Wachstum und Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten der EU, in denen oft keine alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen, und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu grünem Wachstum,“ betonte Fleury. „Sechzig Millionen Hektar Grünland, die als Kohlenstoffsenken fungieren, existieren dank dieser Wirtschaftstätigkeit.“

Verheerende Folgen befürchtet

Der Generalsekretär von Copa und Cogeca, Pekka Pesonen, sagte anschließend: „Wir sind enttäuscht über die Pläne der Kommission, Rindfleisch in ein Marktzugangsabkommen für den Mercosur aufzunehmen. Wir brauchen in jedem Handelsabkommen faire und ausgewogene Übereinkünfte.“

„Eine neue EU-Studie zu den Auswirkungen des Handels bestätigt die verheerenden Folgen, welche ein Abkommen mit dem Mercosur für den EU-Rindfleischsektor haben könnte, wenn keine Zollkontingente für Importe verhängt werden. Die EU-Landwirtschaftsminister haben ebenfalls davor gewarnt, ein Angebot zur Landwirtschaft zu machen, durch das sensible Agrarprodukte in die Gespräche aufgenommen werden. Aber die Kommission prescht weiter unbeirrt voraus, ohne dafür im Gegenzug viel zu erhalten,“ betonte Pesonen.

„Wir können nicht zulassen, dass dieser wichtige europäische Sektor weiterhin als Druckmittel zugunsten anderer Bereiche verwendet wird. Das Abkommen muss die Ambition haben, die europäischen Landwirte zu verteidigen.“

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