Login
Klassifizierung

Änderungen bei der Schweineklassifizierung

Schlachthof Zerlegung
blw/age
am
15.12.2017

In den meisten großen Schlachtbetrieben Deutschlands werden zur Klassifizierung von Schlachtschweinen sogenannte Auto-FOM-III-Anlagen eingesetzt.

Wie der Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch Ende November mitteilte, hat die Herstellerfirma Frontmatec jetzt dafür ein Software-Update entwickelt. Damit sollen Forderungen der Überwachungsbehörden erfüllt und die Bedienung der Anlage erleichtert werden.

Darüber werde eine systematische Überschätzung des Kotelettgewichts beziehungsweise eine Unterschätzung des Bauchgewichts eliminiert, die bei etwa 3 % der besonders typbetonten Schlachtschweine auftrete. Der Bundesmarktverband hält das Software-Update für wichtig und sinnvoll und empfiehlt deshalb eine möglichst rasche Installation auf allen Auto-FOM-III-Anlagen.

Weitaus größer dürften die Auswirkungen für die Schweinemäster durch eine Änderung des Abrechnungssystems bei Tönnies sein. In einem Schreiben an seine Lieferanten hat das Schlachtunternehmen nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) ab dem 2. Januar 2018 neue Preismasken angekündigt. Damit solle den Änderungen der Preisrelationen der Teilstücke Rechnung getragen werden, habe Tönnies erklärt.

Bei der Abrechnung nach dem Muskelfleischanteil (MFA) solle es künftig im Bereich von 59 % bis 60 % nur noch einen Zuschlag von 1 ct anstelle von 2 ct geben. Gleichzeitig werde der Abschlag für Tiere mit weniger als 58 % MFA von 2 ct auf 3 ct erhöht und die Abzüge für Schweine außerhalb des optimalen Gewichtsbereiches um 1 ct angehoben. Bei der Abrechnung der Schweine nach Teilstücken mit der Auto-FOM-Anlage würden künftig die Schinken schlechter, der Bauch etwas besser bewertet. Die maximale Index-Bewertung werde zudem von 1,05 auf 1,04 Punkte je kg gesenkt.

Nach Einschätzung der ISN werden die Schweinemäster durch die Neuerungen Geld verlieren. Von Tönnies werde einmal mehr an der Maskenschraube gedreht, um die Abzüge im Schnitt der Partien zu erhöhen und damit den Einkauf günstiger zu gestalten. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die übrigen Schlachtunternehmen kurzfristig nachziehen werden.

Auch interessant