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Fleischmarkt

Biofleisch - hohe Nachfrage nach wie vor

Schaf Sonne
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
09.11.2017

Wenn der Chefmetzger der Rewe-Supermärkte sagt, er verkauft jetzt schon viel, aber es könnte nochmals mehr sein, dann hat das mehr Gewicht als jede Verbraucherumfrage.

Letzte Woche Strohschwein, diese Woche Ökofleisch – ja kümmert sich das Wochenblatt jetzt nur noch um die Nischenmärkte? Die Frage könnte man stellen, aber sie ist natürlich unberechtigt. Denn selbstverständlich spielen die großen Märkte weiterhin bei uns Woche für Woche eine überragende Rolle und wir versorgen Sie mit den wichtigen Marktzahlen und Informationen.

Darüber hinaus ist es jedoch auch für jeden bayerischen Landwirt interessant zu erfahren, wo sich etwas Neues entwickelt. Wohin die Trends führen. Worüber die Nachbarn nachdenken. Welche Nische wachsende Chancen verspricht, welche sich wieder zutut. Zu letzteren gehört ganz sicher nicht der Markt für Ökofleisch. Und wenn der Chefmetzger der Rewe-Supermärkte sagt, er verkauft jetzt schon viel, aber es könnte nochmals mehr sein, dann hat das mehr Gewicht als jede Verbraucherumfrage.

Interessant ist, dass beim Thema Fleisch der „Bio“-Stempel anscheinend nicht immer ausreicht. Nicht dass das Vertrauen in die Bioproduktion fehlen würde, aber der Preisabstand für Biofleisch fordert offenbar die Kunden noch mehr dazu heraus, genau nachzufragen, wie und wo das Produkt hergestellt wurde. Das ist ein Pluspunkt mehr für die Kombination aus bio und regional, wie es das bayerische Biosiegel dokumentiert.

Interessant ist übrigens auch, dass beim Vergleich an den Selbstbedienungstheken offenbar wird, wie billig das herkömmliche Fleisch ist. Die Bio-Hühnerbrust kostet schnell dreimal so viel wie die konventionelle. Jeder etwas nachdenkliche Verbraucher merkt da, dass dieses Fleisch zu billig ist.

Der große Preisabstand offenbart aber noch etwas anderes: Es gibt Platz für Fleischprogramme, die besondere Qualität bieten, aber (noch) nicht bio sind. Also für das Fleisch der Strohschweine oder auch – ähnlich wie bei Milch – für gvo-freies Fleisch. Die Erzeuger müssen nur aufpassen, dass sie ihren Mehraufwand auch wirklich immer entlohnt bekommen.

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