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Aus Korn genommen

Endlich werden Träume wahr

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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von , am
20.04.2017

München - Wie Greenpeace, Foodwatch und Co. die Landwirtschaft gerne sehen würden.

Eine Glosse von Wolfgang Piller, Wochenblatt- Redakteur, wolfgang.piller@dlv.de © Wolfgang Piller

Der deutsche Bauernverband schwenkt politisch komplett um. Im Jahr der Bundestagswahl fordert er in einer bislang unveröffentlichten „Berliner Erklärung“ strengste Tierhaltungsrichtlinien und ein Importverbot von Sojafuttermitteln. Zudem werden Obergrenzen in den Tierbeständen von 150 Mastschweinen und zehn Zuchtsauen gefordert. Die Versorgung von Ferkeln aus der unmittelbaren Region muss gewährleistet sein. Um die Verlagerung der Fleischerzeugung ins Ausland zu verhindern, fordert der Bauernverband den Deuxit, also den Austritt aus der EU und strikte Ein- und Ausfuhrbestimmungen. Damit soll endlich den Forderungen der deutschen Bevölkerung und deren nicht-gewählten Interessensvertretern bei Greenpeace, Foodwatch und Co. nach mehr Tierschutz wirksam Rechnung getragen werden.

Wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes müssten auch sämtliche anderen deutschen Ex- und Importe den strengen Regeln unterliegen. Die in der Folge zu erwartenden Massenentlassungen in der Industrie und im Handel ließen sich laut Berechnungen des Bauernverbands leicht durch den gestiegenen Arbeitskräftebedarf auf den dann wieder kleinen landwirtschaftlichen Betrieben abfangen. Nach Jahrzehnten des gefühlten Niedergangs der landwirtschaftlichen Betriebe käme endlich der Umschwung. Das Höfesterben hätte ein Ende. „Der Bauer ist wieder wer“, schreibt der Bauernverband in seiner Berliner Erklärung.

Liebe Leser, das glauben Sie nicht? Stimmt. Alles ausgedacht und erfunden, eine Berliner Erklärung hat es natürlich nie gegeben. Und doch würde sie in letzter Konsequenz nur den Forderungen von selbst ernannten Experten, Tierschützern und Beamten folgen – die zwar alles mögliche wissen und müssen, aber keine Verantwortung für ihren Tierbestand übernehmen oder gar davon leben.

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