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Marktstrategie

Fleischerzeuger - Ausweg Premium

Ferkel auf Stroh
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
02.11.2017

Zwölf Prozent – nicht mehr von ihrem Einkommen geben die Deutschen für Lebensmittel aus. Und so spricht mancher eher von Überlebensmitteln.

Der Genuss scheint jedenfalls nicht im Vordergrund zu stehen, wenn Herr und Frau Meier zum Einkaufen gehen. Aber muss das so sein? Das ist die Ausgangsfrage für Projekte wie die Strohschweininitiative, die eine höhere Wertschöpfung durch besonders wertgeschätzte Lebensmittel erzielen wollen.

Letztlich steckt auch der Gedanke dahinter, dass die Deutschen so wenig für Lebensmittel ausgeben, weil sie es vielleicht gar nicht müssen und auch nicht können. Nicht müssen, denn die Qualität der Lebensmittel im Supermarktregal und im Selbstbedienungsbereich der Verbrauchermärkte ist beileibe nicht schlecht.

Nicht können, denn es gibt womöglich zu wenig Produkte zu kaufen, deren besondere Qualität einen höheren Preis rechtfertigt. Der Aufwand, solche Produkte zu finden, ist mitunter schlicht und einfach zu hoch. Woran es eher nicht liegen kann, ist, dass die Leute zu wenig Geld haben. Wo, wenn nicht in Süddeutschland, gibt es eine breite Käuferschicht, deren Geldbeutel durchaus gefüllt ist.

Und so dürften die Voraussetzungen, mit einem Premiumprogramm Erfolg zu haben, kaum irgendwo so günstig sein wie hier bei uns. Denn zugleich gibt es noch die passenden vielfältigen Strukturen. Ferkelerzeuger und Mäster aus der Nachbarschaft können zusammenfinden und der Metzger kann den direkten Kontakt mit der Kundschaft pflegen und dem guten Stück Fleisch ein Gesicht geben.

Denn es ist schon richtig: Wer gutes Geld für Fleisch bezahlen soll, der will mehr als nur die Qualität in der Pfanne. Der will auch wissen, woher das Steak stammt, ob die Tiere gut gehalten wurden, ob das Futter eine hohe Qualität überhaupt verspricht und am besten auch noch, ob die Bauersleut sympathisch sind. Wie gesagt, wo sollten die Voraussetzungen besser sein als bei uns in Bayern.

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