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Tönnies

Konkurrenz belebt das Geschäft

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Rainer Königer, Wochenblatt
am
22.12.2016

Bad Gögging - Prominenter Besuch beim Jubiläum des Bayerischen Vieh- und Fleischverbandes: Mit Clemens Tönnies war der Chef des größten, deutschen Schlachtunternehmens nach Bad Gögging gekommen.

Rainer Königer

Ob das ein Zeichen ist, dass Tönnies seine Aktivitäten im Süden der Republik weiter verstärken will? Sehr gut vorstellbar. Und wenn es für die Schweinemäster Alternativen bei den Abnehmern gibt, sollte das kein Nachteil sein.

Mit ganz oben auf der Liste und für die jetzige Zeit fast unvermeidlich war in Bad Gögging auch die Diskussion ums Tierwohl. Ein Thema, dass Tönnies sehr ernst nimmt. „Dieser Kritik stellen wir uns“, erklärte er.

Um dem gesellschaftlichen Druck gerecht zu werden, sei die ganze Produktionskette gefragt. Und damit steigt auch der Druck auf die Landwirte. Denn neben der Politik, die neue Gesetze und Vorschriften zum Tierwohl auf den Weg bringt, ist es auch mehr und mehr der Handel, der bestimmt, wohin die Reise in der Tierhaltung geht. Darauf sollte ein wachsames Auge gerichtet werden. Denn wenn der Handel neue Programme auflegt, die bestimmte Tierhaltungsformen ausschließen, geht das von heute auf morgen. In der Politik – so erstaunlich das in diesem Fall ist – gibt es mehr Vorlaufzeit und damit mehr Verlässlichkeit. Wenn man über Massentierhaltung spricht, muss auch über Massenschlachtungen geredet werden. Bei Tönnies werden jährlich 20 Mio. Schweine geschlachtet. Bei 250 Werktagen im Jahr macht das pro Tag 80 000 Schlachtungen.

Und da mag mancher Verbraucher verstört sagen: „Das ist aber fürchterlich viel!“ Der Verbraucher scheint hin und wieder an Amnesie zu leiden. Denn zum Spaß werden die Schweine nicht geschlachtet. Mit ihrem Fleisch werden die Bäuche der Verbraucher gefüllt. Und die Verbindung vom Magen zum Verstand scheint nur begrenzt zu funktionieren.

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