Login
Schweinemarkt

Ist das Preistal durchschritten?

Thumbnail
Hans Dreier, Wochenblatt
am
17.05.2016

München - Direkt von der Ladentheke überbrachte mir am letzten Samstag meine Frau die gute Nachricht: „Die Grillwürstl sind ausverkauft. Beim Metzger war schon um 9 Uhr die Theke leergeräumt“. Es gibt sie also noch, die Nachfrage nach Schweinefleisch.

Wenn draußen Grillwetter herrscht, will jeder sein Steak haben: ohne Vorbestellung, sofort, saftig, von bester Qualität - und beim Preis darf es ausnahmsweise auch etwas mehr sein. Die Appetitverderber von Report Mainz, Frontal 21 und ihre illegalen Filmlieferanten aus der Tieraktivistenszene haben dann vorübergehend Sendepause.
Das Anspringen der Nachfrage bei der ersten Grillgelegenheit hat noch jedes Jahr den Schweinepreis aus der Winterstarre befreit. Um +4 Cent zog der bundesweit maßgebende Vereinigungspreis in dieser Woche an, nach einem Plus von +6 Cent und +4 Cent in den Wochen zuvor.
Alle Marktdaten deuten darauf hin, dass das Preistal jetzt durchschritten ist und es im zweiten Halbjahr weiter nach oben gehen könnte. Der Zuchtschweinebestand ist zumindest rückläufig. Bei steigender Fruchtbarkeit muss sich das allerdings nicht zwangsläufig  auf die Ferkelzahl auswirken.
Ein gutes Zeichen ist jedoch, dass die großen Fleischmengen aus der zum Jahresanfang aufgebauten Privaten Lagerhaltung, die jetzt zusätzlich auf den Markt gelangen, die aktuelle Aufhellung des Marktes nicht aufhalten konnten. Denn in den letzten Monaten konnte das Geschäft mit China unerwartet stark ausgebaut werden. Rund 90 000 Tonnen Schweinefleisch sollen deutsche Exporteure heuer in das Reich der Mitte verkauft haben.
Schützenhilfe kommt auch vom Spargel. Genießer essen das Stangengemüse nämlich gerne mit Schweineschinken oder einem kleinen Schweinesteak. Gut, dass es noch 5000 Schweinehalter gibt, die das mit bayerischer Ware möglich machen.

Auch interessant