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Verbraucher

Skandalvorsorge auf dem Fleischmarkt

Mastschwein
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
15.12.2017

In diesem extrem nassen Herbst im Norden Deutschlands konnten in Schleswig-Holstein viele Tierhalter nicht genug ihrer Wirtschaftsdünger ausbringen.

Wolfgang Piller

Lagerstätten drohen überzulaufen – überregionale Zeitungen berichteten über den Notstand. Was machen Umweltgruppen und die Wasserwirtschaft daraus? Sie prangern den Notstand als Beleg für eine verfehlte Agrarpolitik an. Was folgt daraus? Egal, womit die Agrarbranche und insbesondere die Tierhalter derzeit sichtbar werden – ein Skandal droht immer.

Das ist für jeden Akteur auf den Fleischmärkten unangenehm. Zum einen herrscht ständig Unsicherheit, was noch alles kommen kann, zum anderen lassen sich die Produkte gegen eine voreingenommene Käuferschaft immer schwerer verkaufen. Die rückläufige Verzehrskurve beim Schweinefleisch ist auch Ausdruck davon. Noch trifft das die Rinderhalter wenig. Doch auch sie sind nicht auf ewig vor einer Skandalisierung sicher. Auch darum drehten sich letztlich die Vorschläge der Fleischindustrie-Manager bei der Fachtagung der Ringgemeinschaft, wenn sie betonten, dass möglichst viel Regionalität, Nachhaltigkeit, Tierwohl und seit neuestem GVO-freie Fütterung „unter einen Hut“ gebracht werden sollte.

Das ist natürlich etwas defensiv, aber andererseits fühlt sich keiner sehr mächtig gegen den hoch konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel und die lautstarken Krakeeler der Skandalindustrie. Zum Glück kann die bayerische Landwirtschaft noch punkten – die Strukturen passen recht gut zu vielen Marktanforderungen. Doch auch die Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft gehört. Und hier ist mit dem Verein Unsere Bayerische Bauern endlich der wichtige erste Schritt gegangen worden. Diesen gilt es, zu einer erfolgreichen Wanderschaft anwachsen zu lassen. Die Bauern haben es ein Stück selbst in der Hand, wenn sie sich nun miteinander solidarisch zeigen und mitmachen.

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