Login
Höfesterben

Strukturwandel - kein Schutz für den Mittelbau

Schwein
Thumbnail
Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
03.05.2018

Ein eklatantes Beispiel ist der Strukturbruch in der süddeutschen Ferkelerzeugung (und auch Schweinemast). In Bayern gibt es gerade noch ein paar Tausend Schweinehalter.

Wolfgang Piller

Die Verbraucher wollen viel und die Tierschützer noch viel mehr. Der Lebensmitteleinzelhandel will es allen recht machen und die Politik auch. Was kommt dabei als Fazit heraus: Den Letzten beißen die Hunde. Wer das ist, das liegt leider für jeden sichtbar offen auf der Hand: die Erzeuger. Denn an sie denkt von den oben Genannten keiner, zumindest nicht wohlwollend.

Die Erzeuger müssen liefern. Früher waren das vor allem billige Rohstoffe. Heute sind das billige Rohstoffe, aber bitte auf höchstem Niveau. Nicht nur, was die Qualität betrifft, sondern auch – im Fleischbereich – bitte so, dass kein Tier leiden muss.

Leider übersehen die oben Genannten, dass die Erzeuger reihenweise kapitulieren. Übrig bleiben die Großen. Denn sie können die zwangsläufigen Kosten und auch das ganze Drumherum wie bauliche Änderungen oder bürokratische Anforderungen auf den größeren Tierbestand umlegen.

Übrig bleiben vielleicht auch die Kleineren. Das sind zum Beispiel Biobetriebe oder Betriebe mit einem direkteren Zugang zu Kunden. Sie profitieren nach wie vor vom Vertrauensvorschuss ihrer Abnehmer, doch wie lange noch?

Wer tatsächlich weg bricht, ist der Mittelbau. Ein eklatantes Beispiel ist der Strukturbruch in der süddeutschen Ferkelerzeugung (und auch Schweinemast). In Bayern gibt es gerade noch ein paar Tausend Schweinehalter. Ganz offenbar fallen diese durch das Raster der Agrarpolitik in Berlin und Brüssel.

Die mächtige Lobby der Nicht-Regierungsorganisationen, kurz NGO, tut ihr übriges. Sie befeuert noch den Strukturwandel. Ob die Bürger deren Wille die NGO (ungefragt) vertreten, das tatsächlich so wollen? Eher nicht. Aber die Verbraucher wissen oft nicht, was sie wollen oder wissen nicht, was sie wollen sollten, weil sie die Zusammenhänge nicht mehr verstehen (wollen).

Auch interessant