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Sorten

Bei der Sommergerste die Nase vorn

Braugerste
BLW
am
25.04.2019

Die Sorten der bayerischen Züchter haben deutschlandweit am Markt zugelegt. Bei einer Nischenkultur stellt Bayern sogar seit Jahren den Primus am Markt.

Die bayerischen Pflanzenzüchter haben mit ihren Sorten ihre Stellung am Saatgutmarkt ausdehnen können. Dies belegte der Geschäftsführer des Verbands der bayerischen Pflanzenzüchter bei der Mitgliederversammlung in Regensburg. Der Anteil bayerischer Sorten an den gesamtdeutschen Vermehrungsflächen stieg 2018 auf über 15 %. Insgesamt wurden im Bundesgebiet bayerische Sorten auf 28.278 ha vermehrt.

Vor allem der Marktanteil bei den Getreidearten legte um gute zwei Prozentpunkte auf über 16 % zu. Bei Winterweizen konnte sich der Anteil bayerischer Sorten bei leicht rückläufigen Vermehrungsflächen weiter konsolidieren und mit plus drei Prozentpunkten auf 14 % erhöhen. Bayerische Wintergerstensorten verloren dagegen wie im Vorjahr knapp einen Prozentpunkt. Nach einem deutlichen Rückgang bei den Sommergersten im Vorjahr konnten bayerische Sorten hier wieder nahezu 5 Prozentpunkte zurückgewinnen und haben damit einen Marktanteil an den Vermehrungsflächen im Bundesgebiet von beinahe 50 %. Zulegen konnte auch der Hafer auf nunmehr gut ein Drittel Marktanteil.

Leicht rückläufig waren dagegen die Vermehrungsflächenanteile bei den Futterpflanzen. So verloren bayerische Gräsersorten gut zwei Prozentpunkte auf nunmehr 10 % und bayerische Klee- bzw. Luzernesorten Anteile von knapp drei Prozentpunkten auf 57 %. Auch bayerische Körnerleguminosen verloren einen Prozentpunkt auf nunmehr 19 %. Bayerische Maissorten wiesen einen Vermehrungsflächenanteil von 10 % und Kartoffelsorten von 6 % auf.
Auch am heimischen Markt in Bayern konnte der Marktanteil von bayerischen Sorten gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, um einen Prozentpunkt auf 35 %. Während im Vergleich zum Bundesgebiet bayerische Winterweizen in Bayern nur in kleinerem Maße zulegen konnten, nahm der Marktanteil bayerischer Sommergersten um zwölf Prozentpunte zu. Zwei Drittel der in Bayern vermehrten Sommergersten stammten im vergangenen Jahr von bayerischen Züchtern. Auch bayerische Hafersorten legten deutlich zu und erreichten fast wieder 50 % Marktanteil. Dagegen verloren bayerische Wintergerstensorten auch in Bayern an Marktanteil – sogar mehr als fünf Prozentpunkte.

Auf den mittlerweile sehr geringen Gräservermehrungsflächen in Bayern werden nahezu nur noch bayerische Gräsersorten vermehrt. Bei den Klee- und Luzernesorten ging der Anteil bayerischer Sorten bei insgesamt weiter steigenden Vermehrungsflächen leicht zurück auf nunmehr 83 %.

Der geringe Marktanteil bei den bayerischen Winterweizensorten spiegelt sich auch beim Ranking der einzelnen Sorten wider. So ist mit der Sorte Apostel mit 1400 ha Vermehrungsfläche nur eine Sorte unter den zehn größten Weizensorten in Deutschland. In Bayern belegt sie Platz 3. Bei den Sommergersten spielen bayerischen Sorten die Hauptrolle. Avalon belegt seit 2015 im Bundesgebiet den 1. Rang, in Bayern schaffte sie das erst 2018. Sie konnte ihre Vermehrungsfläche nochmals um fast 500 ha vergrößern. Mit Accordine, Leandra und Solist folgen weitere bayerische Sorten auf den Plätzen 4 bis 6 im Bundesgebiet und mit Solist und Accordine auf den Plätzen 3 und 4 in Bayern.

Die Hafersorte Max ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 2011 liegt sie unangefochten auf dem 1. Platz, sowohl in Bayern als auch im Bundesgebiet. Im vergangenen Jahr erreichte sie mit 1554 ha (Bundesgebiet) bzw. 258 ha (Bayern) sogar ihren bisher größten Vermehrungsumfang.

Auch der Zuchtfortschritt durch hier gezüchtete und angepasste Sorten scheint weiterzugehen. Die bayerischen Züchterhäuser konnten 2018 insgesamt 28 Sorten von elf verschiedenen Kulturarten erfolgreich durch das Zulassungsverfahren bringen. Neu angemeldet beim Bundessortenamt haben sie 68 Stämme von neun verschiedenen Arten.

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