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Südzucker

Verlust von 100 bis 200 Millionen Euro im Segment Zucker erwartet

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Karola Meeder, Wochenblatt
am
22.05.2018

Erwartungen für laufendes Geschäftsjahr: Vor allem das Segment Zucker dürfte sich negativ entwicklen, gute Aussichten für die Segmente Spezialitäten und Frucht.

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Die Südzucker AG hat ihre pessimistische Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Demnach soll das
operative Konzernergebnis 2018/19 auf 100 Mio Euro bis 200 Mio Euro sinken. Die Vergleichskennzahl für das Ende Februar abgeschlossene Firmenjahr 2017/18 bezifferte das Unternehmen auf 445 Mio Euro. Den voraussichtlichen Ergebnisrückgang im laufenden Geschäftsjahr begründet die Südzucker-Führung vor allem mit der erwarteten negativen Entwicklung im Segment Zucker. So könne der drastische Rückgang der Zuckerpreise auf ein historisch niedriges Niveau bei Weitem nicht durch sinkende Herstellkosten und höhere Verkaufsvolumina ausgeglichen werden. Deshalb werde hier ein operativer Verlust zwischen 100Mio Euro und 200Mio Euro erwartet, nach einem Vorjahresgewinn von 139,4 Mio Euro. Diese Prognose sei allerdings von hoher Unsicherheit geprägt, weil sich das Marktumfeld stark verändere.

Dagegen wird in den Segmenten Spezialitäten und Frucht mit deutlichen Ergebnisverbesserungen gerechnet. Hier erwirtschaftete das Unternehmen 2017/18 insgesamt 233,4 Mio Euro. Pessimistisch ist indes die Einschätzung
für die Tochter CropEnergies, die 2018/19 ein operatives Ergebnis von nur 30 Mio Euro bis 70 Mio Euro einfahren soll;
im Vorjahr lag der betreffende Gewinn bei 71,7 Mio Euro. Den gesamten Konzernumsatz 2018/19 sieht die Südzucker-Geschäftsführung nun bei 6,8 Mrd Euro bis 7,1 Mrd Euro, nach 7,0 Mrd Euro im Vorjahr.

Hohes Risiko durch schwankende Weltmarktpreise

Unterdessen hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zu 2017/18 nach eigener Einschätzung nicht verändert. Wie das Unternehmen mit Blick auf strategische Risiken im laufenden Geschäftsjahr ausführte, bestehen unter anderem im Segment Zucker Absatzpreisrisiken. Seit dem Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 würden die EU-Zuckerexporte ausgeweitet, so dass die Risiken durch Weltmarktpreisschwankungen stiegen. Unterdessen zeichne sich auch für den EU-Binnenmarkt eine zunehmendeAbhängigkeit von der Entwicklungen des Zuckerweltmarktpreises ab. Deshalb schließe man je nach Marktlage Sicherungsgeschäfte in Form von Zuckerfutures an den Terminbörsen in London und New York ab. Außerdem werde den Risiken vor allem durch eine kontinuierliche Verkaufsstrategie und eine langfristig orientierte Kundenbindung Rechnung getragen.

Auch die Preise für Bioethanol könnten größeren Schwankungen unterworfen sein, stellte die Südzucker-Geschäftsführung fest. Diese Risiken steuere CropEnergies durch die Gestaltung der Verkaufsverträge, durch derivative Instrumente und durch die flexible Nutzung der Bioethanolanlage am britischen Standort Wilton. Erschwerend komme allerdings hinzu, dass die europäischen Bioethanolpreise von Preisberichterstattungsagenturen auf der Basis sehr geringer Volumina ermittelt würden. Die Folge sei eine hohe Preisvolatilität.

Mit Material von Age
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