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Kommentar

Klimafreundlich

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
15.02.2018

Zum Thema Scheitholzmarkt

Wolfgang Piller

Die Schätzung ist recht einfach: Bei 5,6 Mio. Festmeter Energieholz jährlich und Preisen für das abgelängte Holz zwischen im Schnitt 70 und knapp 100 € je Raummeter liefern Bayerns Wäldern Brennholz im Wert von mehreren hundert Millionen Euro – jährlich. Dazu kommt der anteilige Gegenwert an den fast 2,3 Mio. t deutschen Holzpellets, denn auch eine gute Resteverwertung der Sägewerke wird sich am Holzmarkt bemerkbar machen. Fazit: Das bayerische Energieholz steuert etwas in die Kassen der Waldbesitzer bei, selbst wenn mancher Scheit nur dank reiner Muskelkraft (wie im Bild oben) und ohne Bezahlung im Kachelofen landet.

Ob das ausreicht oder nicht, muss jeder selbst beurteilen. Der Maßstab ist die geleistete Arbeit. Mehr und nicht weniger sollte es allemal sein: Denn Holz ist ein klimafreundlicher Energieträger. Vor allem wenn es fossilen Brennstoff ersetzt. Denn eines ist ganz klar: Das Klimagas CO2 stammt zu fast 100 % von Kohle, Erdöl und Erdgas. Jede Tonne davon, die aus den Lagerstätten gefördert wurde, heizt das Klima weiter an, jede Tonne, die drin bleibt nicht. Wer mit Holz Erdöl und Kohle ersetzt, heizt klimafreundlich.

Das gilt für das Scheit Holz genauso wie für Pellets. Der Energieeinsatz zum Herstellen von Brennholz dürfte im Vergleich gering sein, der Rohstoff für die Pellets sind überwiegend Reststoffe, sprich Sägemehl. Kein Wunder, dass der Branchenvertreter nun fordert, endlich diese Formen der Wärmegewinnung gegenüber fossilen Formen zu unterstützen, anstatt zu benachteiligen. Da geht es ja überhaupt nicht darum, Holz zum Heizmittel Nummer 1 zu machen. Das gilt genauso für andere regenerative Energien. Sie alle sind Teile eines Ganzen. Dessen Vorteil ist ja gerade, dass je nach Verfügbarkeit und anderen Vorzüglichkeiten die Verbraucher auswählen können sollten, worauf sie setzen. Öl und Kohle jedoch bringen keinen weiter.

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