Gutachten Europäische Chemikalienagentur gibt Entwarnung für Glyphosat

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Der Wirkstoff Glyphosat wird im Gutachten als nicht krebserregend eingestuft.

Glyphosat auf Zwischenfrucht © agrarfoto Bild vergrößern

Glyphosat gehört nicht zu den krebsgefährdenden Chemikalien. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Chemikalienagentur (Echa) und setzt sich damit von der Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab. "Der Zusammenhang zwischen Glyphosat und erhöhten Krebsraten konnte in Tierversuchen nicht nachgewiesen werden", betonte der Echa-Wissenschafter Ari Karjahainen heute in Helsinki. Das Echa-Gutachten wird jetzt an die EU-Kommission weitergeleitet, die im Laufe des Jahres einen Vorschlag zur weiteren Zulassung von Glyphosat vorlegen wird.

Die vorübergehende Zulassung für Glyphosat läuft am Jahresende aus. Das weitere Vorgehen machte die EU-Kommission von der Stellungnahme der Echa in Helsinki abhängig. Sollte die Brüsseler Behörde darauf eingehen, könnte das Pflanzenschutzmittel wieder eine längere Zulassung bekommen.

IGP: Sieg der Wissenschaft

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) sieht in der Erkenntnis der Echa "einen Sieg der Wissenschaft". "Die abgeleitete Einschätzung des RAC entspricht den Ergebnissen von über 3.300 Studien mit insgesamt 90.000 Seiten sowie der Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und zahlreichen Gesundheitsbehörden weltweit, die mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat befasst waren", erklärte IGP-Obmann Christian Stockmar. Die Echa habe in einem unabhängigen und transparenten Prozess das umfassende Datenmaterial sorgfältig begutachtet. "Demnach ist Glyphosat nicht krebserregend, nicht mutagen sowie nicht fortpflanzungsschädigend und weist auch keine genotoxischen Eigenschaften auf", so Stockmar. "Das Ziel sollte jetzt sein, die Zulassung von Glyphosat - so wie auch im ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission vorgesehen - möglichst rasch um 15 Jahre zu verlängern. Für die EU-Mitgliedstaaten gibt es nun keine Hinderungsgründe mehr", unterstrich der IGP-Obmann.