Fipronilskandal „Europäisches Schnellwarnsystem muss besser funktionieren“

Fipronilskandal, Eier © imago stock&people Bild vergrößern
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Berlin - Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert Konsequenzen aus dem Fipronilskandal und bemängelt, dass die belgische Lebensmittelsicherheitsbehörde schon Anfang Juni Erkenntnisse über eine unerlaubte Verwendung von Fipronil in Hühnerställen hatte, diese Informationen aber erst am 20. Juli an die anderen EU-Länder weitergab.

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Die belgische Lebensmittelsicherheitsbehörde hatte schon Anfang Juni Erkenntnisse über eine unerlaubte Verwendung von Fipronil in Hühnerställen, diese Informationen wurden aber erst am 20. Juli an die anderen EU-Länder weitergegeben.

„Dadurch haben wir wertvolle Zeit verloren, um dieses Geschehen einzugrenzen“, sagte der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Hemmerling, in einem Interview des Nachrichtensenders Phoenix. „Das Nichtfunktionieren des Schnellwarnsystems ist ein großer Fehler. Dass Behörden solche Informationen zurückhalten, darf nicht wieder passieren.“ Die betroffenen Hühnerhalter würden Schadenersatzansprüche gegen die Verursacher stellen müssen. Noch sei aber unklar, wer  das Fipronil verbotenerweise unter das Desinfektionsmittel gepanscht hat.

DBV-Vizepräsident und Präsident des Niedersächsischen Landvolkes Werner Hilse fordert eine noch bessere und umfangreichere Untersuchung in den vorgelagerten Bereichen der Landwirtschaft. „Wir Landwirte müssen uns darauf verlassen können, dass die von uns eingekauften Produkte sowie die damit angebotenen Dienstleistungen einwandfreie Qualität liefern“, betonte Hilse. Der einzelne Landwirt sei überfordert, wenn er Vorlieferanten oder Dienstleistungsunternehmen danach bewerten solle, ob sie alle lebensmittelrechtlichen Vorschriften einhalten. Die Landwirte, die ohne ihr Wissen durch den unzulässigen Einsatz des mit Fipronil kontaminierten Desinfektionsmittels geschädigt wurden, müssten zivilrechtlich entschädigt werden, sagte Hilse weiter. Er regte auch weitergehende Hilfen an, falls einzelne Betriebe dadurch vor existenzgefährdende Probleme gestellt würden. Voraussetzung dafür sei eine rasche und umfangreiche Aufklärung aller Hintergründe zu der aktuellen Krise.

Link zum Interview mit Udo Hemmerling www.youtube.com/watch?v=vFmr6c98aJ8


Mit Material von DBV