Raupenfraß Gespinstmotten - Die "Christos" unter den Schmetterlingen

Gespinnstmotte an Traubenkirsche © imago/blickwinkel Bild vergrößern
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München - Ein gespenstisch anmutendes Bild in der Landschaft: Eingesponnene und kahl gefressene Sträucher leuchten silbern im Sonnenlicht. Die "Verhüllungsaktionen" der Gespinstmotten sind zwar spektakulär, aber für Mensch und Pflanze wenig bedrohlich.

Ende Mai/Anfang Juni mehren sich an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) Nachfragen besorgter Naturfreunde über die schaurig-schönen Gespinste an Bäumen und Sträuchern - nicht selten auch sensibilisiert durch das zunehmende Auftreten des Eichenprozessionsspinners. Aber nicht jedes Gespinst in Bäumen ist auf den Eichenprozessionsspinner zurückzuführen: Der lebt ausschließlich an Eichen. Das Aussehen der von Gespinstmotten eingesponnenen Sträucher und Bäumen ist zwar spektakulär, aber aus gesundheitlicher Sicht für den Menschen vollkommen harmlos. Aber was sind nun die Ursachen und Folgen dieser spektakulären Erscheinungen?

Die häufigsten dieser weithin sichtbaren Raupengespinste finden sich an Traubenkirschen und werden verursacht durch die Traubenkirschen-Gespinstmotte. Stark befallene Traubenkirschen werden kahlgefressen, erholen sich aber im Laufe der Vegetationszeit wieder. Zwei bis drei Wochen nach dem Kahlfraß treiben die Traubenkirschen wieder aus.
Zu Beginn des Hochsommers schlüpfen die Motten und sitzen dann zu Hunderten an den noch immer silbrig eingesponnenen Stämmen. Im Flug wirken die silbrig glänzenden Motten unbeholfen aber das ist für sie keine Gefahr: Vögel verschmähen sowohl den fertigen Schmetterling als auch seine Raupen.

Auch häufig zu finden sind die Gespinste der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte. Es gibt noch zahlreiche andere Gespinstmottenarten und hin und wieder werden auch Weißdorn, Pappeln oder Weiden mit einem dichten Gespinst überzogen, manchmal auch Obstbäume.

Ein interessantes biologisches Phänomen zeigt die Traubenkirschen-Gespinstmotte. Nicht alle Raupen verpuppen sich im Schutz eines Gespinstes um sich zum fertigen Falter zu entwickeln. Einzelne Raupen bessern ständig entstandene Schäden am Schutzschleier aus. Sie sterben ab, ohne sich zu verpuppen – zum Wohle der Artgenossen.